Online-Lesetraining mit eigenen Texten

Im Unterricht kann der SpeedReader als Experimentiergrundlage eingesetzt werden oder zum Lesen von Texten. Für das Lesen von Texten lohnt es sich, zuerst festzustellen, welche Lesegeschwindigkeit für Schülerinnen und Schüler angenehm ist. Dies geschieht einfach mit einem Probetext (Märchen: Das Wasser des Lebens oder Die blaue Blume von Novalis), bei dem die Lesegeschwindigkeit über die Knöpfe "schneller" oder "langsamer" entsprechend angepasst wird.
Die Lesegeschwindigkeit ist individuell stark verschieden und alters-, respektive erfahrungsabhängig. Mit Schülerinnen und Schülern der Primarstufe kann die notwendige Wartezeit zwischen einzelnen Wörtern ohne weiteres 1000 oder mehr Millisekunden betragen.

Für ältere Schülerinnen und Schüler genügt eine Wartezeit von 300 oder weniger Millisekunden. Sehr gute Leserinnen und Leser können den Wert auf unter 200 ms senken. Ab etwa einem Wert von 50 Millisekunden wird eine Grenze erreicht, bei der unterschiedliche Wörter sich scheinbar überdecken, das Auge ist dann nicht mehr in der Lage, einzelne Wörter voneinander zu differenzieren. Ist die ideale Lesegeschwindigkeit gefunden, kann mit dem eigentlichen Text gestartet werden. Dabei kann entweder auf eine vorgegebene Übung zugegriffen werden, oder die Schülerinnen und Schüler lassen den SpeedReader einen individuellen Text (mittels Kopieren und Einfügen) anzeigen.
Der Vorteil des SpeedReaders liegt darin, dass damit ein schrittweise schnelleres Lesen eingeübt werden kann. Zusätzlich entspricht der schnelle Wortwechsel Sehgewohnheiten, welche Schülerinnen und Schülern vom Fernsehen bereits bestens bekannt sind. Dieser optische Wechsel unterstützt die Konzentration der Lesenden auf den Text. Ein Abschweifen davon bedarf einer willentlichen Anstrengung.
Nebst dem Lesen des Textes eignet sich der SpeedReader auch für eine Reihe von Experimenten, welche Schülerinnen und Schüler teilweise eigenständig, teilweise unter Anleitung durchführen können. Insbesondere im Zusammenhang mit einer statistischen Auswertung von erhobenen Daten sind dabei Ansätze möglich, die auch Untersuchungen mit potentiell neuen Erkenntnissen ermöglichen.

Als Einstieg in eine mögliche Versuchsreihe, aber auch als Einzelexperiment eignet sich die Beobachtung von Lesenden, welche mit dem SpeedReader arbeiten. Ein besonderes Augenmerk sollte dabei den Augenbewegungen und den Mund- und Lippenbewegungen der Versuchsperson gelten.
- Welche Augenbewegungen sind bemerkbar?
- Wie hängen diese von der eingestellten Lesegeschwindigkeit ab?
- Bewegen Versuchspersonen während dem Lesen ihre Lippen?
- Was könnte der Grund dafür sein?
Mit dem SpeedReader kann die durchschnittliche Lesegeschwindigkeit gemessen werden. Dazu wird die Lesegeschwindigkeit mit den Knöpfen "schneller" oder "langsamer" so lange verändert, bis sie als angenehm empfunden wird. Die dabei angezeigte Zahl gibt die vom Computer eingelegte Pause zwischen zwei Wörtern in Millisekunden an. Da für das Anzeigen der Wörter selbst auch Zeit benötigt wird, handelt es sich nur um einen Näherungswert.
Für eine exakte Bestimmung muss die von Computer benötigte Zeit gemessen werden. Dies geschieht vorzugsweise mit dem zu prüfenden Lesetext, indem die Wartezeit auf 0 gesetzt wird. Auf diese Weise kann mittels einer Stoppuhr die Laufzeit ermittelt werden. Die gemessene Zeit wird durch die Anzahl Wörter geteilt und der ermittelte Wert zur eingegeben Laufzeit addiert.
Ähnliche
- Unsere Sprache: Material für den Deutschunterricht
- Lyrik, Prosa oder Drama: Bereicherung des Deutschunterrichts
- Fundgrube für den Deutschunterricht: Hörbücher online und kostenlos
- Biokost auf dem Vormarsch: Unterrichtsmaterial zum ökologischen Landbau
- Große Auswahl: Arbeitsblätter online zusammenstellen
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
Kommentieren Sie jetzt diesen Artikel