Wissen durch spielerische Handlungen vermitteln

Computerspiele sind ein Massenmedium geworden. Für viele Jugendliche sind sie das wichtigste Medium überhaupt. Und immer häufiger auch für Erwachsene: Über 22 Millionen Menschen spielen in Deutschland Computer. Doch für viele ist Gaming nach wie vor mit Berührungsängsten behaftet oder wirft zumindest zahlreiche Fragen auf.

Nicht nur Kids und Teens spielen, sondern auch Erwachsene und ältere Menschen. Die Computerspielszene umfasst alle Geschlechter und Altersgruppen. Dass Gaming nicht nur Spaß machen, sondern auch weiterbilden kann, zeigt eine Gattung von Computerspielen, die zunehmend an Bedeutung gewinnt: die sogenannten "Serious Games". Diese ernsthaften Spiele stellen eine pädagogische Möglichkeit dar, Wissen durch spielerische Handlungen zu vermitteln. Außerdem sitzt man heutzutage nicht mehr ausschließlich alleine vor dem Rechner oder der Konsole, sondern ist weltweit vernetzt oder spielt gemeinsam mit Freunden! Informieren Sie sich unter www.spielen-verbindet.de, der Seite des Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V., wie "Spielen verbindet".
Dabei wäre die Förderung der pädagogischen Auseinandersetzung mit Games eine hochrentable Investition in die Zukunft nicht nur der Kinder, sondern auch der Schulen, sagt James Paul Gee von der University of Wisconsin. Er vertritt die These, dass Computerspiele nicht nur in die Schulen gehören, sondern dass die Schule selbst von ihnen profitieren kann: "Um ein Computerspiel spielen zu können, muss man es lernen. Und Computerspiele werden immer komplizierter. Darum ist es für den kommerziellen Erfolg eines Games zentral, dass es auf gute Lernprinzipien zurückgreift. Die Funktionsweisen guter Computerspiele, die Schüler heute spielen, sind oft besser als die in den Schulen, die sie besuchen."
Gee hat untersucht, was die Lernprinzipien von Games so effektiv macht. Elementar sei zum Beispiel, dass Games ihren Spielern einen angstfreien Raum zum Lernen anbieten: "Sie können in einem Spiel große Risiken eingehen, weil die Konsequenzen viel harmloser sind als im realen Leben. Wer beim digitalen Lernen versagt, kann immer wieder seinen Spielstand nachladen." Außerdem stellen gute Games sich mit ihren Lernanforderungen stets genau auf das Können des jeweiligen Spielers ein: "Ein gutes Computerspiel bewegt sich mit seinen Anforderungen an den Spieler immer am oberen Limit dessen, was der Spieler kann, sodass er sich gefordert, aber nicht überfordert fühlt." Führe ich bei "Mario Kart" das Feld an, macht das Spiel es etwas schwieriger für mich, indem es mir die schwächsten Power-ups gibt. Falle ich hinter die anderen zurück, gibt es mir besonders starke Extras und macht es etwas leichter. Insgesamt 36 solcher Lernprinzipien hat Gee in Computerspielen entdeckt und fordert, dass Schule sich von ihnen etwas abschauen möge.
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