Jugendliche Muslime in Deutschland und die Gewaltproblematik

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

angesichts grassierender Deutschfeindlichkeit an nahezu allen weiterführenden Schulen der Bundesrepublik gab Familienministerin Schröder zwei Expertisen in Auftrag:

Auf der Startseite des Ministeriums werden die Ergebnisse wie folgt zusammengefasst:

Bei Körperverletzungsdelikten sind männliche, nichtdeutsche jugendliche Tatverdächtige überrepräsentiert. Das gilt auch für die Gruppe der Mehrfach- und Intensivtäter…

Laut der Studien sind vor, Gewalterfahrungen im Elternhaus oder in Cliquen sowie die Zustimmung zu gewaltlegitimierenden Männlichkeitsnormen und vergeltungsorientierte Konfliktlösungsstrategien, Faktoren für eine erhöhte Gewaltbereitschaft.

Zudem gibt es Hinweise, dass auch unterschiedliche Erziehungsziele von muslimischen und nicht-muslimischen Eltern eine Rolle spielen können. So stehen bei muslimischen Eltern vor allem Ziele wie "Respekt vor Autoritäten", "Ehrenhaftigkeit" und "Zusammengehörigkeit" im Vordergrund. Für viele muslimische Jugendliche spielen deshalb Werte wie ein ausgeprägtes Männlichkeitsbild oder die bedingungslose Verteidigung der weiblichen Familienmitglieder im Kontext der Familienehre eine zentrale Rolle.

Unzweifelhaft: Die Probleme gibt es und sie gehören „gelöst“. Da helfen aber keine sarrazinesken Ausbrüche, sondern eine genaue Bestandsaufnahme. Es ist am Ende vor allem ein soziales Problem, das sich hier stellt. Rollenmuster, die hier beschrieben werden, finden sich auch in der „urdeutschen“ Gesellschaft zu Hauf wieder, wie man regelmäßig im Rahmen von Volksfesten erkennen kann. Zuerst werden immerhin die Aspekte geringe Schulqualifikation, Perspektivlosigkeit, soziale Randlage genannt. Deutsche, die auch darunter leiden, neigen mit Sicherheit auch eher zur Gewalttätigkeit, als gut ausgebildete Jugendliche.

Aber immerhin, das Problem steht auf der Tagesordnung, soll in einer paritätischen Kommission diskutiert werden und führt hoffentlich zu versöhnenden und versöhnlichen Maßnahmen.

Ihr

Gernot Herz

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Markus, 03.12.2010 18:04:
Sehr geehrter Herr Herz Es scheint mir symptomatisch zu sein, dass jeder, der zu dieser Problematik schreibt, glaubt, sich in irgend einer Form von Herrn Sarazzin distanzieren zu müssen, obwohl auch die durch die Familienministerin in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass "Bei Körperverletzungs-deliktensind männliche, nichtdeutsche jugendliche Tatver-dächtige überrepräsen-tiert. Das gilt auch für die Gruppe der Mehrfach- und Intensivtäter… Herr Sarazzin hat nach meinen eigenen Erfahrungen in vielen Dingen recht, auch wenn er die Befunde etwas diplomatischer hätte zum Ausdruck bringen können. Sein Buch hat eine Diskussion in Gang gebracht, die uns vielleicht weiter bringen wird, als die Tendenz, alles was in diesem Zusammenhang geschieht durch den soziokulturellen Hintergrund zu erklären oder gar zu entschuldigen. Freundliche Grüsse Markus Müller