Stichwörter: Psychologie, Didaktik, Studie.

ADHS: Konzentration ist Fallstrick in Schule - Zappelphilippe haben mehr Erfolg als Unaufmerksame

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir sind oft genug genervt von den Kindern, die es einfach nicht schaffen, ruhig auf Ihrem Platz zu sitzen und ständig zu allem ihren „Senf“ geben müssen. Den Kindern selbst geht es nach Ansicht einiger Wissenschaftler gar nicht so schlecht:

Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) haben oft Schulprobleme. Ihr häufiges Zappelphilipp-Verhalten bringt viele Lehrer an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Ein vorzeitiger Schulabbruch geht jedoch meist nicht auf Hyperaktivität an sich zurück, sondern eher auf fehlende Aufmerksamkeit, berichten Forscher der Universität Montreal http://www.umontreal.ca im "American Journal of Psychiatry".

"Hyperaktive Schüler lenken die Aufmerksamkeit auf sich, während jene mit Problemen der Konzentration oft übersehen werden. Besonders gilt das, wenn sie sich zurückziehen und Ängste oder Depressionen entwickeln", erklärt der Verhaltensgestörtenpädagoge Bernd Ahrbeck von der Humboldt-Universität zu Berlin http://www.reha.hu-berlin.de , im pressetext-Interview.

Faktor Hyperaktivität unbedeutend

Die kanadischen Forscher um Sylvana Cote untersuchten Langzeitdaten von 2.000 Kindern. Rückmeldungen von Eltern und Lehrern gaben Rückschluss auf Probleme mit der Aufmerksamkeit - etwa dann, wenn sich die Kinder nicht konzentrieren konnten, häufig geistig abwesend wirkten, vor schwierigen Aufgaben leicht kapitulierten oder sich schnell ablenken ließen. Als Zeichen für Hyperaktivität wertete man hingegen Ruhelosigkeit, Herumrennen und ständiges Umdrehen - also typisches "Zappelphilipp-Verhalten".

ADHS-Kindern gelingt der Abschluss weiterführender Schulen seltener als durchschnittlichen Gleichaltrigen, zeigte sich. In der Gruppe mit Aufmerksamkeitsstörung betrug der Anteil der Absolventen nur 29 Prozent, im Vergleich zu 89 Prozent bei Kindern ohne diesem Problem. Bei Hyperaktivität war dieser Unterschied mit 40 bzw. 77 Prozent weniger deutlich ausgeprägt. Bereinigte man das Ergebnis um die Faktoren Status, Gesundheit oder andere typische ADHS-Störvariablen, so entschied die Hyperaktivität kaum mehr über den Schulabschluss. Bei Aufmerksamkeitsproblemen war dies weiterhin der Fall.

(Quelle: http://www.pressetext.com/news/20110831003)

 

 

Ihr

 

 

Gernot Herz

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Franz Josef, 16.10.2011 19:46:
KONZENTRATION - das übersehen wir dank des verkehrten Umgangs der Pädagogik damit in der Regel immer alle - die eine natürliche, angeborene Fähigkeit eines jeden Menschen, immer wieder in seine Mitte zu gehen und von dort die Ideen und die Kraft für das Leben zu empfangen und damit "in die Vollen zu gehen". Nun tut die Pädagogik aber so, als sei KONZENTRATION nichts anderes als eine Unterwerfungsübung unter das, was man vom Kind gerade für sein Bestes will. So lenken wir das Kind ständig von der wichtigsten Quelle seines Lebens in seinem Zentrum ab. Als Ich-kann-Schule-Lehrer würde ich sagen: Was die Pädagogik für Konzentration macht, ist im Grunde nichts anderes als Konzentratios(zer)störung. In der Ich-kann-Schule weiß jedes kleine Kind, dass in seinem Znetrum alle wichtigen Kräfte für sein Leben liegen. Nie käme ich als Ich-kann-Schule-Lehrer auf die dämliche Idee, diese CHEF-KRÄFTE unter Druck setzen zu wollen. Wer von meinen Kollegen würde sich trauen, das mit seinem CHEF zu machen, was er mit den Kräften der Kinder jeden Tag tut? Nun, warum aber sind alle so dumm, die CHEF-Kräfte eines Kindes derat drittklassig zu behandeln, wie wir das täglich im Unterrichtsvollzug erleben? Ganz offensichtlich wissen wir Pädagogen nicht, mit wem wir es zu tun haben. Wir vollziehen nur immer brav Papiervorgaben an der WIRKlichkeit und wollen nicht verstehen, dass die WIRKlichkeit anders WIRKT. Statt unserer peinlichen Dressurübungen mit Kräften, die wir nicht verstanden haben, wäre doch erst einmal Selbstreflkexion und Lernen angesagt. Dann kann man, wie die Ich-kann-Schule zeigt, sehr schnell mit kleinem Aufwand die Probleme lösen, die die Pädagogik heute mit immer mehr Aufwand nur größer machen kann. Ich grüße freundlich. Franz Josef Neffe