Aktion des Bundesbildungsministeriums zur Sicherung der Berufsausbildung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das BMBF hat ebenso wie die zuständigen Länderministerien das Problem erkannt, wenn fehlende oder mangelhafte Schulabschlüsse dazu führen, dass auch die Qualität der Berufsausbildung in Gefahr gerät oder schon geraten ist:

Etwa 60.000 junge Menschen im Jahr verlassen die Schule ohne Abschluss, andere gelten als nicht ausbildungsreif. Diese jungen Leute schaffen den Übergang in eine berufliche Ausbildung nicht. Außerdem nimmt die Zahl von Schulabgängern und Ausbildungsbewerbern wegen der demographischen Entwicklung in unserem Land kontinuierlich ab. Das könnte schon bald zu einem Fachkräftemangel in der deutschen Wirtschaft führen. 

Ausgangspunkt ist eine Potenzialanalyse von Schülern ab der 7. Klasse, auf deren Basis mit individuellen schulischen und außerschulischen Begleitmaßnahmen reagiert werden soll. Nichtschulische Begabungen und Interessen werden dabei gezielt mit einbezogen. Diese Potenzialanalyse ist die Basis für die ab der 8. Klasse erfolgenden Berufsorientierungsmaßnahmen. Besonders gefährdete Schülerinnen und Schüler sollen durch Berufseinstiegsbegleiter über mehrere Jahre gezielt und kontinuierlich bis hinein in die berufliche Ausbildung begleitet werden.

Ziel der Initiative Bildungsketten ist es, bis zu 30.000 bildungsgefährdete Schülerinnen und Schüler durch bis zu 1.000 hauptamtlichen Berufseinstiegsbegleiter zu betreuen. Die Länder haben dazu dem BMBF nach entsprechenden Vorgaben 1.000 Hauptschulen benannt, an denen Berufseinstiegsbegleiter tätig werden sollen. Seit dem 06. September 2010 werden die ersten 500 hauptamtlichen Berufseinstiegsbeleiter für den Einsatz an 1.000 Hauptschulen ausgeschrieben und im Rahmen eines öffentlichen Vergabeverfahrens bei Bildungsträgen und ähnlichen Einrichtungen ausgewählt. Die Zahl der Berufseinstiegsbegleiter wird ab 2011 sukzessive auf 1.000 erhöht. Sie ergänzen die bereits bestehenden über 1.000 Berufseinstiegsbegleiter der BA, die bereits über 20.000 Schülerinnen und Schüler anderer Schulen betreuen. Etwa 1.000 Senior Experts (Praktiker mit Berufsbildungserfahrung) werden die Betreuung ergänzen. Hierzu baut das BMBF seine bereits bestehende Kooperation mit dem Senioren Experten Service aus. An einer ehrenamtlichen Mitarbeit Interessierte können sich an den Senior Experten Service (www.ses-bonn.de und www.vera.ses-bonn.de/) wenden.

Die Zahl der durch die Initiative über mehrere Jahre hinweg zu betreuenden Jugendlichen hängt maßgeblich von der Betreuungsdichte und der Fluktuation der Schülerinnen und Schüler ab, ihre Zahl wird auf ca. 30.000 geschätzt.

Die Umsetzung der Bildungsketten-Initiative erfolgt bundesweit, wobei ein Schwerpunkt des Einsatzes der Berufseinstiegsbegleiter in Städten und Ballungsräumen liegt…

Zahlen liegen leider noch nicht vor. Hoffen wir, dass die Vielzahl der Anstrengungen irgendwann einmal Erfolge zeigen wird. Das Problem ist ja immerhin erkannt.

 

Ihr

Gernot Herz

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