Auf einmal sind sie wieder weg!
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
mit einer Gesetzesänderung hat der nordrhein-westfälische Landtag am vergangenen Mittwoch die Noten für Arbeits- und Sozialverhalten wieder abgeschafft. Außerdem dürfen Fehlzeiten auf Abschlusszeugnissen nicht mehr erscheinen. Ist das jetzt der Untergang des Abendlandes? Werden dadurch Disziplinprobleme an Schulen potenziert? Weiß die Wirtschaft, die sich für Kopfnoten einsetzt, jetzt nicht mehr, wen sie da einstellt bzw. wen sie besser nicht einstellt?
Aus Kreisen der Wirtschaftsjunioren NRW wurde im Vorfeld geäußert, dass mit der Abschaffung der Kopfnoten den schlechteren Schülern die Möglichkeit genommen werde, sich über die reinen Schulnoten hinaus zu profilieren. Dadurch verringere sich gerade für diese Schüler die Chance auf einen Ausbildungsplatz. Diese Aussage halte ich für völligen Blödsinn. Will man etwa behaupten, ein Schüler mit einem Notenschnitt von sagen wir 3,6, aber mit Kopfnoten im Zweierbereich habe dadurch eine gute Chance auf einen Ausbildungsplatz? Wer bekommt denn bei schlechten Schulleistungen noch gute Kopfnoten? Ist es nicht eher so, dass sich in den Kopfnoten indirekt auch die Leistung in den Fächern selbst widerspiegelt? Das Zustandekommen von Kopfnoten ist durch noch weniger Transparenz geprägt als das Zustandekommen der Fächernoten. Am Ende eines Schul(halb)jahres erscheint plötzlich eine Note auf dem Zeugnis, von der in den seltensten Fällen vorher die Rede war. Darauf kann man wohl verzichten!
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
Kommentieren Sie jetzt diesen Artikel