Befürchtungen vor den Landtagswahlen 2011

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bremen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben eins gemeinsam: In diesen Bundesländern sind im nächsten Jahr Landtagswahlen. Alle Parteien werden für ihre tollen schulpolitischen Konzepte werben und angesichts der zu erwartenden neuen Mehrheiten wird einem angst und bang, welche Schulstruktur dann auf dem Rücken von Lehrern, Schülern und Eltern ausprobiert wird.

Sicher, es ist die große hoheitliche Aufgabe der Länder, über die Schulpolitik selbst bestimmen zu dürfen und demnach die Aufgabe der Parteien, sich Gedanken über Konzepte zu machen.

Aber bitte, verschont uns mit neuen Ideen zur Schulstruktur und lasst einmal laufen, was läuft. Es gibt viele Schule, vielleicht sogar die weitaus meisten, in denen es gut läuft. Sicher, es gibt auch viele Schulen, in denen es nicht läuft und die dringend Hilfe brauchen. Also, ihr bildungspolitischen Planer aller Parteien: Einigt euch darauf, die Schulstruktur unangetastet zu lassen und überlegt euch, 

  • wie ihr genug Nachwuchs für den Lehrberuf bekommt, damit ihr Klassen kleiner machen und könnt,
  • wie ihr möglichst alle Lehrer im Bereich „Differenzierung“ weiterbildet,
  • an welchen Schulen zusätzliche Kräfte wie Sozialarbeiter, Sonderschullehrer usw. von Nöten sind und
  • welche Schulen wirklich ein Ganztagskonzept brauchen.

Diskutiert darüber, woher das Geld dafür kommen soll, wie viel Personal gebraucht wird und vergesst nicht zu evaluieren! Aber lasst die Finger von neuen Schularten, damit wenigstens hier mal etwas eintritt, was Schule heutzutage dringend benötigt: Kontinuität.

Ihr

Gernot Herz

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