Bekommen Lehrer endlich, was sie verdienen?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

oft genug wird von außerschulischen „Experten", aber auch innerhalb der Lehrerschaft über die Möglichkeiten und Unwägbarkeiten einer leistungsorientierten Bezahlung im Bildungswesen diskutiert. In Bayern scheint man den Weg jetzt zu gehen, wie am 18.9.09 in der Augsburger Allgemeine zu lesen war:

So etwas hat es seit vier Jahrzehnten nicht mehr gegeben: Erstmals sind Lehrkräfte der Volksschulen befördert worden, die einzig und allein eines tun: besonders engagiert für Kinder da sein. Beförderungen gab es bisher nur dann, wenn ein Lehrer eine andere Aufgabe schulterte und damit in Kauf nahm, weniger unterrichten zu dürfen.

206 Euro brutto kommen nun hinzu

Auf einer Feier im großen Sitzungssaal des Landratsamtes überreichte Schulamtsdirektorin Elisabeth Fuß 41 Lehrkräften der Grund- und Hauptschulen ihre Beförderungsurkunden. Zur Gehaltsstufe A12 kommen nun 206 Euro brutto im Monat hinzu. Insgesamt wurden im Schulamtsbezirk Unterallgäu (mit Stadt Memmingen) 68 engagierte Lehrerinnen und Lehrer befördert. Rund 460 hätten theoretisch in den Genuss dieser Höhergruppierung kommen können.

Bayernweit wurden 3500 Lehrerinnen und Lehrer für ihren Einsatz belohnt. Und es soll weitergehen. Laut Fuß werden in einer nächsten Runde weitere 5000 Lehrkräfte höher eingruppiert. Viele weitere Lehrkräfte aus dem Landkreis könnten sich also Hoffnung machen, dass auch ihre Leistung anerkannt wird. „Das ist der Einstieg in ein dauerhaft angelegtes System von Beförderung im Bereich der Volksschulen“. Über die Kriterien, wer in den Genuss der Zulage kommt, sagte Fuß auf der Feier nichts. Grundlage ist aber offenbar die Beurteilung. Wer Note eins oder zwei (bei sieben Stufen) erhalten hat, kam zum Zug. Auch einige mit drei waren darunter.

Die Schulamtsdirektorin sieht in der Höhergruppierung ein „sichtbares Zeichen der Anerkennung der Leistung, die unsere Lehrerinnen und Lehrer für die demokratische Gesellschaft erbringen“. Schule spiegele die Vielfalt der Gesellschaft. Kinder hätten ganz unterschiedliche Vorerfahrungen. Das mache es für die Pädagogen nicht immer einfach, den Kindern gerecht zu werden.

Die Lehrer zeichnet vieles aus

Die Lehrer zeichne neben der fachlichen Kompetenz Einfühlungsvermögen, klare Führung, Fortbildungsbereitschaft, soziale Kompetenz, eine unterstützende Grundeinstellung und Gelassenheit aus. Elisabeth Fuß hofft, dass das neue Anreizsystem dazu führt, dass die Anerkennung des Lehrerberufs in der Öffentlichkeit steigt und sich wieder mehr junge Menschen für den Lehrerberuf interessieren. Und abschließend sagte sie: „Danke, dass Sie Ihren Bildungsauftrag so engagiert durchsetzen“.

Ein diskutabler Ansatz, auch wenn die 206 Brutto je nach Steuerklasse kaum eine Tankfüllung darstellen, wagt man sich aber an ein neues System heran. Interessant wäre auf jeden Fall, etwas über die Kriterien der Beurteilung zu erfahren, die leider nicht genannt werden. Auch die Homepage des Bayerischen Kultusministeriums verrät leider nicht darüber.

Ihr

 

Gernot Herz

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