Brauchen wir überhaupt einen Bildungsgipfel?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

er hat es schwer, der Bildungsgipfel. Nicht nur die öffentliche Wahrnehmung richtet sich zurzeit eher auf die Fußballweltmeisterschaft, die Ölpest im Golf von Mexiko, das Koalitionsdrama in NRW oder den Streit in der Koalition. Unbemerkt davon fand am 10.6.10 der Bildungsgipfel in Berlin statt. Wenn man sich einmal die Kommentare anschaut, war die Gipfelbesteigung für die „Katz“:

Angela Merkel ist als selbst ernannte "Bildungskanzlerin" kläglich gescheitert. Die Folgen haben Kinder und Jugendliche zu tragen. (Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD, Dr. Eva-Maria Stange)

Der Bildungstanker Deutschland kommt nicht voran. So viel Orientierungslosigkeit war nie. Das Geschacher von Bund und Ländern, wer wie viel geben soll, ist unwürdig. (VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann)

Mit ihrem Gezänk über die Finanzverteilung stellen Bund und Länder die Zukunftsfähigkeit Deutschlands aufs Spiel. Wir brauchen mehr und bessere Bildung, um aus der Krise zu kommen. (GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne)

 

Ganz im Ernst: Haben Sie etwas anderes erwartet? Angesichts finanzieller Engpässe droht das Thema Bildung von der bundespolitischen Agenda langsam zu verschwinden. Lädt eine Kanzlerin zu einem solchen Gipfel, darf man nicht zu viel erwarten, denn die Hoheitsrechte liegen entscheidend bei den Ländern. Insofern kann man höchstens publikumswirksam Absichten verkünden. Den gleichen Effekt hätte eine Einladung des Bundespräsidenten an die führenden Generäle der Bundeswehr, die sich dann gemeinsam über den Afghanistan – Einsatz austauschen würden. Außer Absichten und Empfehlungen kann dabei nichts heraus kommen. Außerdem, einen Bildungsgipfel hat man auch in Form der KMK. Vielleicht sollten Frau Merkel und Frau Schavan dieser Einrichtung einer Besuch abstatten und auf den anderen Gipfel in Zukunft verzichten, denn der bringt nichts außer Ernüchterung und „blauen Augen“.

Ihr

Gernot Herz

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