Bund hilft Ländern bei der Berufsreife

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

sicher haben Sie auch von der geplanten Großinvestition des Bundesbildungsministeriums gehört: Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) will mit dem Einsatz von 3 200 Sozialarbeitern vorzeitige Hauptschulabbrüche eindämmen und lerngefährdete Jugendliche in eine Lehre vermitteln. Das Kabinett billigte … ein entsprechendes Hilfsprojekt, bei dem betroffene Schüler von der siebten Klasse an durch Bildungslotsen begleitet werden. Der Bund stellt bis 2018 dafür rund 775 Mill. Euro zur Verfügung. Weitere Unterstützung kommt von der Bundesagentur für Arbeit.

Auslöser des Programms sind die Klagen der Wirtschaft über mangelnde Ausbildungsreife der Jugendlichen sowie Probleme der Arbeitsagenturen bei ihrer Vermittlung. Schavan sagte, die Zahl der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss sei in den vergangenen Jahren zwar von rund zehn Prozent auf sieben Prozent gesunken. Gleichwohl sei ihre Gesamtzahl mit 60 000 pro Jahr immer noch zu hoch. Laut Berufsbildungsbericht wird zudem jede fünfte Lehre vorzeitig abgebrochen. Rund 15 Prozent der jungen Erwachsenen zwischen 20 und 29 Jahren verfügen über keinen Berufsabschluss.<//font><//font>

Die Hilfen für lerngefährdete Jugendliche starten mit einem Kompetenztest in der siebten Klasse. Die Betreuer - darunter auch 1 000 ehrenamtliche "Senior-Experten" - sollen die Jugendlichen beim Schulabschluss begleiten, Kontakte zu Unternehmen aufbauen und erste Praxiserfahrungen in Ausbildungsstätten der Kammern vermitteln. Gezielt will man sich auch um Jugendliche mit Migrationshintergrund kümmern. (aus www.handelsblatt.com/newsticker/politik/schavan-schickt-sozialarbeiter-in-hauptschulen;2570324)

Das ist nicht gekleckert, sondern geklotzt, denn massiv versucht das nicht direkt zuständige Bundesministerium, die Länder mit finanzieller Hilfe bei der Bewältigung ihrer Hoheitsaufgaben zu unterstützen. Außerdem wird das Geld gezielt da angesetzt, wo der Schuh immer noch zu sehr drückt: bei der Berufsreife. Zwar haben alle Bundesländer bzw. Verbandsgemeinden und Städte in den vergangenen Jahren verstärkt diesen Bereich ausgebaut, aber zusätzliche Hilfe kann niemals schaden. Es bleibt nur zu hoffen, dass die großzügige Unterstützung des Bundes nicht dazu führt, dass die Länder hier plötzlich ein Einsparpotential entdecken!

Ihr

Gernot Herz

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Hans, 11.05.2010 19:13:
Ein lobenswerter Ansatz. Allerdings müssen die Investitionen früher gesetzt werden, möglichst schon im Kindergartenalter. Schon da läßt sich nämlich relativ sicher voraussagen, welche Kinder später mit relativ großer Wahrscheinlichkeit keinen Schulabschluss haben werden. Zumindest läßt sich dieser Kreis schon zu diesem Zeitpunkt relativ gut erfassen. Sobald die Familie nicht intakt ist oder/und die Eltern Bildung nicht als besonderen Wert erkennen, hilft nur frühzeitiges Gegensteuern durch staatliche Angebote und auch durch staatliche Eingriffe.
Hans, 11.05.2010 21:17:
Wer um Gottes Willen hat den Begriff "lerngefährdete Jugendliche" erfunden? Das enrbehrt ja nicht einer gewissen Komik. Was uns gfährdete, ist etwas ganz anderes: Die Leute, die an runden Tischen sich solche blödsinnigen Begriffe ausdenken und solche "lerngefährdeten Jugendlichen" noch nie aus der Nähe gesehen haben, geschweige denn sich mit ihnen abgeben mussten.