Busarlarm!
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
In der letzten Woche wurde wieder einmal thematisiert, was viele mit Sicherheit schon beobachtet oder zumindest geahnt haben: Schulbus fahren ist gefährlich. In den Schulbussen stehen die Schüler oft dicht gedrängt, Zeitdruck führt zu überhöhtem Tempo, und auch die Technik der Busse ist nicht immer einwandfrei. Zu diesem Ergebnis kommt der ADAC nach einem Schulbus-Check. Bei diesem wurden stichprobenartig derartige Busse in Deutschland untersucht. Unter anderem begleiteten die Tester 18 Fahrten in fünf Bundesländern: Fünfmal waren die Fahrzeuge dabei „hoffnungslos überfüllt”, obwohl eigentlich die zulässige Fahrgastzahl noch nicht erreicht war. Bei der Ermittlung der Passagierkapazität wird demnach nicht berücksichtigt, dass die Kinder samt ihren Schultaschen in den Bus passen müssen. Das, was der ADAC in seinem Schulbustest herausgefunden hat, lässt aufhorchen und die Realtität testen: Der ADAC bietet besorgten Eltern, Lehrern und Schülern einen „Schulbuscheck“ zum Download an.
Die Ergebnisse des ADAC werden natürlich vom zuständigen Verband gekontert: „Der Automobilclub habe nicht repräsentative Stichproben untersucht und daraus die verallgemeinernde Botschaft «Kinder im Bus eingepfercht wie Ölsardinen» getroffen, sagte VDV-Hauptgeschäftsführer Adolf Müller-Hellmann am Freitag in Köln. Die Realität sehe anders aus: Das Gros der Schüler komme bequem und sicher zur Schule. Mit Bussen und Bahnen komme man nach wie vor am sichersten zur Schule, betonte Müller-Hellmann und berief sich auf die im Herbst 2007 von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung veröffentlichten Zahlen.“
Was sich hinter den Zahlen, die der Verband andeutet, wirklich verbirgt und wie repräsentativ die Ergebnisse des ADAC sind, kann man sich sicher fragen, jedoch ist der „Schulbuscheck“ vielleicht sogar mal eine Idee für ein schulisches Projekt. Ich denke, jeder, ob Eltern, Schüler und Kollegen, hat schon mal von gefährlichen Situationen im Bus gehört, sie gesehen oder ist vielleicht sogar schon einmal hinein geraten. Zum Schulbuscheck gehört dann aber auch der „Check“ des Schülerverhaltens im Bus. Teilweise entstehen solche Situationen schon an der Bushaltestelle und übertragen sich dann auf den Bus. Denn nicht nur in der Schule, sondern auch im Bus fahren solche mit, deren Verhalten immer wieder Probleme mit sich bringt. Es gibt Schulen, die arbeiten mit Busaufsichten, die die Schüler selbst organisieren und haben damit Erfolg. Die Unruhe und die Probleme an den Haltestellen nehmen sogar ab.
Natürlich hängt das Verhaltensproblem auch irgendwo mit dem Ergebnis des ADAC zusammen: In einem überfüllten Bus steigen natürlich die Aggressionen und die Möglichkeit, unerkannt zu „randalieren“. Wo bewegungsfreudige Schüler eng aufeinander treffen, macht Drängeln natürlich Spaß. Wünschenswert wäre natürlich, dass die Schüler sich besser verhielten, als einer Überfüllung von Bussen durch zusätzliche Kosten entgegenzuwirken. Verantwortungsvoller ist es jedoch, mehr Busse einzusetzen. An unserer Schule steigen nur unsere Schüler und die der benachbarten Grundschule ein und aus. Oft genug sieht man überfüllte Busse, auf die die Kinder bis zu 20 Minuten warten müssen. Dass das nicht ruhig abläuft ist klar. Allerdings hat das Aufstellen einiger verbindlicher, neuer Regeln das Warten an der Haltestelle und das Einsteigen stark entspannt und der ständige Kontakt der Schulleitung mit den Verkehrsbetrieben hat sein Übriges geleistet.
Welche Erfahrungen haben Sie als Eltern, Lehrer oder auch Schüler mit dem Schulbusverkehr gemacht?
Schreiben Sie mir an
Ich würde mich freuen.
Ihr
Gernot Herz
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