Chaos in den Bussen: Projekt soll Abhilfe schaffen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ein Dauerthema, dass vor allem immer dann hochkocht, wenn aktuell etwas passiert, ist die Situation der Schülerbeförderung. Alte und überfüllte Busse, unfreundliche Fahrer oder tobende Schülerinnen und Schüler. Den letztgenannten Problembereich versuchen immer wieder die Schulen selbst anzupacken, um Mobbing oder Zerstörungen während des Transfers von der Schule und zur Schule zu unterbinden.

Die Kreisverwaltung Cochem-Zell hat in Zusammenarbeit mit der Unfallkasse Rheinland-Pfalz 70 Schüler zusammen mit der Polizei und Vertretern der Busbetriebe als Busbegleiter ausgebildet und will damit auf den Bustransport zu vier weiterbildenden Schulen im Kreis einwirken. Die Jungen und Mädchen sollen Schubsen und Drängeln an den Haltestellen und im Bus vermeiden helfen. Sie sollen Streit schlichten, Gewalt, Verschmutzung und Vandalismus verhindern.

Was passieren kann, wenn die Kinder im Bus toben und der Busfahrer plötzlich bremsen muss wurde durch einen Vertreter der Busbetriebe eindrucksvoll vorgeführt: Taschen fliegen durch die Gegend und wer sich nicht richtig festhält, wird ebenfalls durch den Bus geschleudert. Die künftigen Schulbusbegleiter haben sich alle freiwillig für diese zweitägige Ausbildung gemeldet. "Teamfähigkeit", "Durchsetzungsvermögen", "Gewaltfreiheit", "Disziplin", "Gerechtigkeitssinn", "Vorbildfunktion" sind Schlagwörter, mit denen die Jugendlichen ihre künftige Aufgabe selbst definiert haben. Keine Schimpfwörter gebrauchen, keine Diskriminierung, auf kleine Schulkinder achten steht ebenfalls auf den Aufgabenzetteln, die erarbeitet wurden. Die Unfallkasse hofft, dass die Schulbusbegleiter dies ernst nehmen. Ein Ausweis macht die Neulinge zwar künftig für die Busfahrer und Schüler kenntlich. Bewähren müssen sie sich trotzdem im Alltag an den Haltestellen und bei der täglichen Fahrt mit dem Bus.

Erst dann bekommen sie eine Bescheinigung, die sie nach dem Schulabschluss der Bewerbungsmappe beilegen können. Der Kreis, die Schule und die Busunternehmen hoffen, mit ihrer Hilfe den Schulbusverkehr sicherer zu machen, die Schäden durch Vandalismus einzudämmen. Denn allein beim regionalen Verkehrsverbund werden jährlich durch Aufschlitzen von Sitzen, Beschmieren der Busse und Diebstahl von Notfallhämmern Schäden in Höhe von 250 000 Euro registriert. 

Ihr

 

Gernot Herz

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Steffen, 10.07.2009 14:31:
Wenn wir die Schulen vor Ort belassen, hätten wir das Problem gar nicht und auch viele weitere nicht. Die Kosten müssen Bildungspolitikern deutlich vorgetragen werden - vielleicht wacht ja mal jemand auf!!!!! Kinder mit dem Frust in unserer Gesellschaft reagieren nun einmal so alles ab, was wir Erwachsenen ihnen zumuten.
Olive, 11.07.2009 17:04:
Sehr interessant ist dieser Artikel. Wie viel wird auf die "sanfte Tour" versucht, um rasende Schüler in den Griff zu bekommen. Warum werden nicht einfach die Eltern der randalierenden Kids zur Kasse gebeten evtl. auch mit Arbeitsdienst als Putzfrau in einem Bus oder ähnlichem? Ich kenne das Problem aus der Familie, da ein Familienmitglied solch ein leidender Busfahrer ist. Mit freundlichen Grüssen O.Weitzel
Ingrid, 12.07.2009 10:21:
Ich bin Lehrerin an einer Hauptschule in Oberösterreich und wir pflegen dieses Projekt unter dem Namen BUSLOTSEN schon seit fünf Jahren. Da ich mit der Ausbildung und weiteren Betreuung der Lotsen betraut bin, weiß ich, dass dieser Dienst sehr gut angenommen wird. Die Volksschüler fürchten sich nicht mehr vor der Busfahrt und den größeren Schülern und die Eltern sind hochzufrieden mit dieser Einrichtung. Natürlich braucht es dazu freiwillige Schüler und Lehrer, die sich für diese soziale Schiene einsetzen und zur Verfügung stehen. In unserem Bereich gibt es dafür auch für niemanden wirklich eine Entlohnung, außer ein kleines Taschengeld für die Buslotsen am Schulschluss. Doch die sozialen Kompetenzen werden stark gefordert und auch gefördert.