Das Positive hervorheben: Integration funktioniert
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Integrationsdebatte läuft nach meiner Wahrnehmung in eine Richtung, die eher das Negative hervorhebt und als positive Beispiele die Nationalspieler Özil oder Khedira benennt. Sicher, tolle Leistung der beiden und auch der anderen Sportler. Aber hier hat man eher das Gefühl, dass sie akzeptiert werden, weil sie „uns“ nach vorne bringen. Das geschieht in einem Bereich, der hinsichtlich der Integration schon immer Vorreiter war und ist: im Sport. Das hilft allerdings nicht den Schulen, denn Fußballprofis oder gar Nationalspieler können nun mal die wenigsten Kinder werden.
Tatsächlich gibt es auch so etwas wie ein Paradebeispiel für erfolgreiche Integration, welches nicht genug gewürdigt werden kann, und das auch noch in einer Schulform, die es fast gar nicht mehr gibt: Heidemarie Brosche hat so etwas mit einer Hauptschulklasse aus Augsburg geschafft, in der man typisch deutsche Namen mit der Lupe suchen muss. Sie liefert ein Beispiel für interkulturelles, fächerübergreifendes Lernen und zeigt, dass man auch mit einer Hauptschulklasse hervorragende Ergebnisse erzielen kann, wenn man bereit ist, festgefahrene Wege des Unterrichtens zu verlassen.
Das Ergebnis eines über zwei Jahre dauernden Projektes ist ein Buch, das ich nicht nur den Integrationsskeptikern bzw. denen, die meinen, Sarrazin hätte das Richtige nur falsch ausgedrückt, ans Herz legen möchte. Auch Kolleginnen und Kollegen, die in Hauptschulklassen unterrichten, die es in integrativen Schulformen schließlich noch gibt, werden nach der Lektüre neuen Mut schöpfen. Das „Mutmach- Buch“, wie es Tanjev Schultz von der Süddeutschen Zeitung nennt, trägt den Titel „Heaven Hell & Paradise“ und ist im 2010 im Wißner-Verlag erschienen.
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
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