Dauerthema und Dauerstreit: die Grundschulempfehlung
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Süddeutsche Zeitung widmete sich kürzlich der Frage, ob eine Grundschulempfehlung für den Besuch einer weiterführenden Schule überhaupt Sinn macht. Demnach brächen Viertklässler in Tränen aus, weil sie im Diktat nur eine Drei geschrieben hatten. Eltern drohten den Lehrern mit Rechtsanwälten, und Zehnjährige hätten Bauchweh aus Angst zu versagen. Der Druck sei groß an den Grundschulen, jedenfalls in Bayern. Das kann eigentlich keiner wollen. Allerdings gibt es auch Meinungen, die beharren darauf, dass Druck auch erforderlich sei, fürs spätere Leben stähle und das Niveau an den Gymnasien nur dadurch zu halten sei, dass der Notenschnitt und die daraus resultierende Empfehlung die einzige Eintrittskarte darstelle.
Außer Bayern hält deshalb auch Sachsen eine Barriere für notwendig. In Sachsen wurden die Regeln vor kurzem sogar verschärft. Statt eines Notendurchschnitts von 2,5 in den Hauptfächern müssen die Grundschüler jetzt mindestens eine 2,0 erreichen oder eine Prüfung bestehen, um aufs Gymnasium wechseln zu dürfen.
Natürlich gibt es je nach Lobby und Studie unterschiedliche Ergebnisse, einerseits, dass die soziale Herkunft per se den Kindern schon schlechtere Möglichkeiten biete und eine Empfehlung nur einen weiteres Hemmnis für die höhere Bildung darstelle bzw. andererseits, dass die Aufhebung der Empfehlung die sozial schwächeren Schichten eher benachteilige, da Akademiker ihre Kinder grundsätzlich aufs Gymnasium schickten.
Der Wettbewerb soll es dann wieder richten. Die nächste PISA-Studie wird dann wahrscheinlich die Südländer in ihrer Selektion bestätigen. Aber wie Churchill schon sagte…
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
Kommentieren Sie jetzt diesen Artikel