Deutschland - uneinig Schulbücherland

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

haben Sie auch das Wehklagen aus dem Südwesten gehört? Das waren die Eltern der schulpflichtigen Kinder aus dem Saarland und Rheinland - Pfalz, die wieder einmal tief in die Tasche greifen mussten, um die Schulbücher für das neue Schuljahr zu bezahlen. Eltern im Südwesten werden für die (Aus-)Bildung ihrer Sprösslinge zur Kasse gebeten. Die Bremer hingegen haben es gut getroffen: Der Stadtstaat zahlt den Schülern sogar Hefte und Stifte.

Aus Sicht der baden-württembergischen SPD-Landtagsfraktion müssen die Eltern im Südwesten für zusätzliches Lernmaterial und außerschulische Aktivitäten zu tief in die Tasche greifen. In einem Schuljahr kämen in der Regel mehrere hundert Euro pro Kind zusammen. Hör-CDs für den Fremdsprachenunterricht, Taschenrechner und Atlanten strapazierten das Budget der Eltern.

Die Eltern von Schulkindern in Bremen haben es – zumindest finanziell – am besten. Der im Ländervergleich am höchsten verschuldete Stadtstaat kommt nicht nur für alle Bücher, sondern auch für Hefte und Stifte auf. Das Land, in dessen Verfassung die Lernmittelfreiheit verankert ist, stellt den Schulen derzeit einen Durchschnittsbetrag von 100 Euro pro Kind und Schuljahr bereit.

Unter dem Begriff Lernmittelfreiheit werden „notwendige Lernmittel“ verstanden, die von den Schulen bezahlt werden. Im Rahmen des Schullastenausgleichs stellt ein Land den Kommunen Gelder für die sogenannten Sachkosten zur Verfügung. Die Kommunen wiederum leiten Pauschalbeiträge an die Schulen weiter. Die Höhe der Beiträge hängt von der Schulart sowie der Anzahl der Schüler ab. Zu den notwendigen Lernmitteln zählen beispielsweise Schulbücher, Atlanten, Arbeitshefte oder spezielle Taschenrechner. Schulranzen, Stifte oder Hefte zählen hingegen zur Eigenausstattung und müssen selbst bezahlt werden. In manchen Bundesländern ist die Lehrmittelfreiheit sogar in der Landesverfassung verankert!

Bunte Welt des Bildungsföderalismus! Über diesen Link können Sie dieser Vielfalt einmal auf den Grund gehen!

 

Ihr

 

Gernot Herz

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Werner, 21.08.2009 09:33:
Der Bericht ist eider nicht auf dem aktuellsten Stand. In diesem Schuljahr werden die Bücher im Saarland (in der Regel 60 Euro Selbstbeteiligung) zur Verfügung gestellt.
S., 26.08.2009 17:37:
Leider trifft dieser Bericht auf Rheinland-Pfalz noch zu!Nicht nur,das die Bücher alle selbst finanziert werden müssen,so werden regelmäßig Änderungen vorgenommen, so dass man die Bücher immer weniger gebraucht kaufen kann, bzw. an jüngere Geschwister weiter gegeben werden kann.Ein Abstand von zwei Schuljahren ist bei uns in vielen Fächern leider schon zu groß!