Die Angst vor der Einheitsschule bekommt neue Nahrung
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Wenn Du was ändern willst, werden wir die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung umsetzen und durch unser Projekt „Eine Schule für alle“ Förderschulen mittelfristig überflüssig machen - Förderung wird dann an allen Schulen stattfinden. So formulieren die Grünen aus Sachsen eine zentrale Forderung an die künftige Schulpolitik. Oh nein, nach den Hauptschulen werden auch noch die Förderschulen abgeschafft, werden viele denken und ihre Kinder künftig noch verstärkter an Gymnasien oder Privatschulen anmelden. Das Schreckgespenst einer Einheitsschule inklusive lern-, körperbehinderter und verhaltensauffälliger Schüler malen nicht die Grünen an die Wand! Genau genommen ist es eine Forderung der UN – Kinderrechtskonvention, zu deren Umsetzung sich auch die Bundesrepublik verpflichtet hat.
Ob daraus dann wirklich ein Zustand entsteht, der die Förderschulen überflüssig macht, ist langfristig nicht auszuschließen. Ich glaube aber eher nicht daran, denn gegen eins werden Schulpolitiker, egal welcher Couleur, nicht vorgehen: Gegen den Elternwillen bei der Schulwahl. Das bedeutet, solange es Förderschulen gibt, wird es auch Eltern geben, die ihre Kinder dort anmelden, auch wenn integrative Schulen am Ort sind. Solange es Gymnasien gibt, werden die Eltern ihre Kinder dort anmelden, auch wenn es integrative Schulformen am Ort gibt. Warum sollte etwas geschlossen werden, wofür es eine stabile Nachfrage gibt? Bei den Hauptschulen war das anderes, denn die Nachfrage ging seit Jahren zurück. Ich denke die Zukunft wird so aussehen, dass es für jedes Kind zwei Schularten gibt, die für es in Frage kommen, wenn die Wahl nach der Grundschule ansteht. Das bestätigen die Schülerzahlen an integrativen und selektiven Schultypen – und an Privatschulen. Eine Abstimmung zu dieser Frage läuft bis zum 31.11.10 unter www.4teachers.de/?action=poll - mit bisher eindeutiger Tendenz.
Ihr
Gernot Herz
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