Durch Vorbild zu höheren Abschlüssen!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

kaufen Sie einfach genug Bücher – am besten im dreistelligen Bereich – und schmücken damit ein zentral stehendes Regal in Ihrer Wohnung. Die Bücher müssen nicht neu sein, daher bieten sich Flohmärkte oder Resteverkäufe von Buchhandlungen an. Sind Sie KlassenlehrerIn? Stellen Sie doch ein mit Büchern gut gefülltes Regal in Ihren Klassenraum! Warum? Weil nach einer Studie der Soziologin Mariah Evans von der University of Nevada in Reno die Chancen der Kinder auf einen höheren Schulabschluss steigen, je mehr Bücher im Elternhaus vorhanden sind. Bücher sind eine günstige Form, Kindern zu helfen, kommt Evans zum Schluss. In China haben Studien gezeigt, dass eine Hausbibliothek von 500 oder mehr Büchern die Ausbildungszeit der Kinder um 6,6 Jahre verlängert. In den USA bringt eine solche Büchersammlung eine Verlängerung der Ausbildungszeit um 2,4 Jahre. Ob Eltern die Bücher auch gelesen haben müssen, spielte dabei wohl keine Rolle. Sie können also erleichtert sein!

Aber im Ernst, Lesekompetenz ist mit Sicherheit eine der Schlüsselkompetenzen und wenn dann die Eltern mit gutem Beispiel voran gehen, hat das auch einen konkreten Nutzen für die Kinder. Das sollte man sich tatsächlich auch in der Schule zu Eigen machen und wirklich neben der Schulbibliothek, die regelmäßig besucht werden sollte, auch eine Klassenbibliothek einrichten. Ergänzend dazu sind auch ortsansässige Buchhandlungen oft genug bereit, solche Vorhaben zu unterstützen. Fragen Sie einfach mal nach! Vor allem, fangen Sie früh genug damit an, achten Sie darauf, dass die angebotenen Bücher altersgemäß sind und berücksichtigen Sie auch die Wünsche der Kinder. Im 7. Schuljahr braucht man meines Erachtens damit nicht mehr zu beginnen, also starten Sie spätestens in der Orientierungsstufe, wenn die Kinder neu an Ihrer Schule sind! Sind Sie GrundschullehrerIn? Starten Sie sofort und räumen Sie dieser Maßnahme einen festen Platz ein!

Ihr

  

Gernot Herz

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Lutz, 20.07.2010 17:31:
Ach Herr Herz, nehmen Sie die unterdrückten Kolleg|Inn|en doch nicht auch noch auf die Schippe! Und dabei haben Sie noch nicht den _messbaren_ Gewinn erwähnt: eine Regalwand mit Büchern ist eine gute Wärmedämmung! Wenn die Erwachsenen mit den Bücherwänden nichts anfangen, merken das die lieben Kleinen schon 'mal und sind dann viellleicht so taktvoll, nach einigem Vorfühlen das Dekorum unerwähnt zu lassen. Wenn Sie Eltern und/oder Kolleg|inn|en Tipps geben wollen, fangen Sie bitte mit dem Selbermachen an: - Kindern zu zeigen, was man mit irgendwelchem Zeug anfängt, gar anfangen kann; - Kinder an der Arbeit teilnehmen zu lassen, vom Kartoffenputzen bis zur Internetrecherche; - Kinder (und auch Partner)an Erfolgen teilhaben zu lassen und auch über Druck und Mühen zu klagen, über Frustrationen zu berichten und sich auch 'mal trösten zu lassen; - ein hilfreiches Buch auch zu loben, eine gut getroffene Beschreibung auch 'mal gut zu nennen (und warum), und ein enttäuschendes Buch eben auch! und auch mit Begründung! (das kann man übrigens schon mit Zeitungen oder Hör/Gucke-Fietschas machen). Und - ganz wichtig! - nicht über Bildung reden. Bildungsbrocken taugen nicht zu Karrierewegen, auf so gepflasterten Wegen kann man höchstens ausrutschen. Und wenn Kinder in der Klassenbibliothek oder zu Hause erfahren, dass die DekoWare nicht gebraucht wird, nehmen sie Eltern oder Lehrer|inne|n künftig noch weniger ab. Erholsame und nachdenkliche Ferien wünscht Ihnen Lutz Schuberth .