Eckpunkte der bayerischen Bildungspolitik für das Jahr 2011: Ganztag und Inklusion

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

… die Ausweitung der individuellen Förderung im differenzierten Schulwesen bezeichnete Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle  … als ein zentrales Ziel der bayerischen Bildungspolitik. In den Jahren 2011 und 2012 stehen dabei die Sicherung und der Ausbau von Ganztagsangeboten und ein deutliches Vorankommen zu mehr gemeinsamem Unterricht von jungen Menschen mit und ohne Behinderung im Mittelpunkt. So konkretisierte der Minister seine Planungen unter Bezugnahme auf den Entwurf zum Doppelhaushalt,
Der Kultusminister unterstrich: „Das differenzierte Schulwesen kann für die Schülerinnen und Schüler die Teilhabe- und Chancengerechtigkeit bestmöglich gewährleisten. Wir setzen deshalb auf individuelle Förderung der jungen Menschen statt auf Einheitsschule.“…

So ist auf der Webseite des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus zu lesen. Weiter heißt es da unter anderem: 2011 und 2012 sind jeweils 100 Lehrerplanstellen vorgesehen, um bei der Inklusion von jungen Menschen mit und ohne Behinderung weiter voranzukommen. „Wir wollen damit die UN-Behindertenrechtekonvention weiter umsetzen, und zwar auf der Basis der Inklusion durch Kooperation“, ergänzte Minister Spaenle.

Die Bayern versuchen also weiterhin, ihr, nach PISA zumindest, erfolgreiches Schulsystem aufrecht zu erhalten. Die Frage ist nur, wie man zu mehr „gemeinsamem Unterricht“ kommen will, ohne ein verstärkt integratives Schulsystem? Wie soll denn die „Kooperation“ aussehen? Mit Sicherheit will man die Dreigliedrigkeit bis aufs Messer verteidigen und die Insel der Seligen mit äußerer Differenzierung bleiben. Und so lange PISA IN Deutschland der einzige Maßstab für erfolgreiche Bildungspolitik ist, wird das auch so bleiben. <//font>

Ihr

Gernot Herz

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Hans, 18.01.2011 17:26:
Sehr geehrter Herr Herz, es langweilt mich zu Tode, wenn immer wieder dieselbe Leier angeschlagen wírd, von wegen ein Schulsystem ohne äußere Differenzierung - also ein Gesamtschulsystem wäre die Lösung unserer Bildungsprobleme. Dazu ist in der hier gebotenen Kürze nur zu sagen, dass sämtliche sauber evaluierte Ergebnisse zum Thema Gesamtschule eindeutig belegen, dass dort nicht nur die Kompetenzen und Kenntnisse der Schüler deutlich hinter dem mehrgliedrigen Schulsystem bleiben, sondern sogar auf dem Feld der sozialen Fähigkeiten. Wer anderes behauptet, lügt. Dass man wenige "Vorzeigegesamtschulen" oder Lehrversuchsanstalten mit einer für alle staatlichen Schulen nicht durchsetzbaren finanziellen und personellen Ausstattung mit Regelschulen vergleicht, ist in dem Zusammenhang ein weiterer blinder Fleck aller alter und neuer Gesamtschulfreund. Mit kollegialen Grüßen aus dem - sicher nicht perfekten - bayerischen Schulsystem. Hans
Hans, 18.01.2011 17:28:
Sehr geehrter Herr Herz, es langweilt mich zu Tode, wenn immer wieder dieselbe Leier angeschlagen wírd, von wegen ein Schulsystem ohne äußere Differenzierung - also ein Gesamtschulsystem wäre die Lösung unserer Bildungsprobleme. Dazu ist in der hier gebotenen Kürze nur zu sagen, dass sämtliche sauber evaluierte Ergebnisse zum Thema Gesamtschule eindeutig belegen, dass dort nicht nur die Kompetenzen und Kenntnisse der Schüler deutlich unter dem Niveau der mehrgliedrigen Schulsysteme bleiben, sondern dass diese sogar auf dem Feld der sozialen Fähigkeiten nachhinken. Wer anderes behauptet, lügt. Dass man wenige "Vorzeigegesamtschulen" oder Lehrversuchsanstalten mit einer für alle staatlichen Schulen nicht durchsetzbaren finanziellen und personellen Ausstattung mit Regelschulen vergleicht, ist in dem Zusammenhang ein weiterer blinder Fleck aller alten und neuen Gesamtschulfreunde. Mit kollegialen Grüßen aus dem - sicher nicht perfekten - bayerischen Schulsystem. Hans
Michael, 18.01.2011 22:20:
Sehr geehrter Herr Herz! Aus leidvoller Erfahrung mit dem jetzt eingeführten Gemeinschaftsschuksystem in Schleswig-Holstein kann ich nur dem Kollegen in Bayern zustimmen! So personell und materiaell ausgestattet verschleudern wir sinnlos Steuergelder und Ressourcen! Ich bedaure die Ausbildungsbetriebe, die uns Lehrkräften dann bei den Fähigkeiten ihrer Auszubildenden die Schuld geben!Michael