Ein Dauerbrenner für alle Ewigkeit: Lehrermangel

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Deutschland gehen die Pädagogen aus. Die Kollegien sind überaltert, das Durchschnittsalter der Lehrer liegt weit über dem anderer Berufe. Hunderttausende werden in den nächsten Jahren pensioniert. Absehbar war das schon lange, doch wenig wurde unternommen. Heute sind die Lehrer daher gefragt wie selten. Der Bieterwettbewerb der Länder hat gerade erst begonnen.

Sehr guten Morgen, Herr Lehrer!", lautet die Aufschrift der Plakate, mit denen das Land Baden-Württemberg neue Pädagogen ins Ländle locken will. Berlin bietet Junglehrern gar ein deutlich gesteigertes Gehalt - 1200 Euro brutto mehr im Monat -, wenn sie sich für die Hauptstadt entscheiden.

Laut der KMK-Modellrechnung ... besteht für den Zeitraum 2009 bis 2015 ein Einstellungsbedarf von rund 190 000 Lehrkräften. Dem steht voraussichtlich ein Angebot von rund 160 000 Neuabsolventen und nicht eingestellten Bewerbern gegenüber, stellt der Vorsitzende der KMK, Harry Tesch, im Gespräch mit dem Handelsblatt fest. Schnell ausgerechnet bedeutet das ein Minus von 30000 Lehrern! Gleichzeitig aber ordert der Präsident des deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, im Interview mit der Bild - Zeitung: Wer soll das bis 65 durchhalten? Polizisten gehen auch mit 60 in den Ruhestand, das sollte auch für Lehrer gelten.

Hätte ich auch nichts dagegen, aber da würde die Unterversorgung rapide anwachsen! Wenn dazu noch die gewünschten kleineren Klassen kommen, ist der Rückgang der Schülerzahlen nur noch ein Tropfen auf den heißen Stein der Unterversorgung. „Harte Zeiten erfordern von jedem einen Beitrag."
Unter diesem Motto hat die Unterrichtsministerin in Österreich über Nacht einen den härtesten Kämpfe eröffnet, der in der österreichischen Politik
vorstellbar ist: Alle Lehrer sollen zwei Stunden pro Woche länger in
einer Klasse stehen. das wird auch auf die deutschen Lehrer zukommen. In Rheinland - Pfalz hatten wir das Thema schon einmal, als alle Lehrer eine Stunde Mehrarbeit für 8 Jahre leisten mussten. Diese werden zwar jetzt zurückgezahlt, aber wie lange noch? Ein Vorschlag: Lehrer, die mehr arbeiten wollen/können, sollten eine entsprechend höhere Vergütung erhalten! Sicher ist das auch nur ein weiterer Tropfen auf den oben zitierten heißen Stein, aber steter Tropfen höhlt den Stein!

Ihr

 

Gernot Herz

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Hannelore-R., 03.03.2009 13:14:
Lieber Herr Herz! Ich bin eine eifrige Leserin Ihrer Mitteilungen. Aber bei diesem Artikel sind Sie nicht ganz so gut informiert. Die Lehrer sollen die 2 Stunden, die sie zu Hause arbeiten für Vorbereitungen, in die Schule verlegen. Keine Mehrarbeit! Liebe Grüße - H.-R. Kraus
Antje, 03.03.2009 16:15:
In letzter Zeit ist das Thema Lehrermangel ja überall präsent. Auf der anderen Seite hört man immer wieder, wie hoch die Lehrerarbeitslosigkeit nach dem Referendariat ist. Ich selbst warte seit April 2007 auf die Zuweisung eines Referendariatsplatzes. Das liegt sicher auch an meiner ungünstigen Fächerkombination (Geschichte/Sozialkunde), aber dennoch bin ich immer wieder erstaunt und auch frustriert, wenn ich lese, dass überall dringend Lehrer gesucht werden. Ich arbeite zur Zeit als Vertretungslehrerin an einer Berliner Grundschule und kann dort diesen Lehrermangel und die Überalterung der Kollegien täglich sehen. Aber man lässt die jungen Lehrer auch nicht wirklich zum Zuge kommen. Ich bin nämlich nicht die einzige, die so lange auf eine Referendarsstelle wartet.
Harald, 04.03.2009 07:28:
Österreichische Situation Der Unterschied ist jedoch der, dass in Österreich kein Lehrermangel sondern ein Überangebot herrscht, Studienabsolventen warten bis zu 2 Jahre um ins Berufsleben einsteigen zu können. Daher bedueten in Österreich 2 Stunden Mehrarbeit die Freisetzung zahlreicher Lehrer. ... die offenbar in Deutschland dringend gebraucht werden. Liebe Grüße Österreich
Ute, 06.03.2009 11:34:
Ich habe immer stärker das Gefühl, dass manche Leute die so etwas schreiben, sich in der Praxis nicht auskennen. Lehrer in den Schulen für Erziehungshilfe sollten alle mit 60 Jahren aufhören dürfen ohne geldliche Benachteiligung. Dieser Bereich ist harte Arbeit nicht nur mit den Schülern, sondern auch mit den Eltern und anderen Institutionen, die in die Arbeit mit einbezogen werden müssen. Dazu kommt noch, dass es immer noch einen Unterschied zwischen den Lehrern der neuen Bundesländern und den alten Bundesländern gibt, obwohl sie die gleiche Arbeit leisten. Darüber sollte man mal nachdenken.
Bärbel, 16.03.2009 20:07:
In Thüringen arbeiten die Lehrer im Floating-Modell, d.h. zur Zeit 65% und die Bezahlung ebenso!Viele Lehrer würden gern seit Jahren schon voll arbeiten, dürfen es aber nicht, weil gespart werden muss!Es gibt also keinen Lehrermangel!Bis zum heutigen Tag kämpfen die angestellten Lehrer um mehr Beschäftigung und damit auch für mehr Geld.Nach 30 Dienstjahren bin ich nach wie vor eingestuft wie jeder Dienstanfänger und das bei 65% Lohn.