Ein Eingeständnis an die Realität! Pilotprojekt in NRW
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
es hört sich an wie ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk an die Schülerinnen und Schüler der Gustav-Adolf-Hauptschule in Goch (NRW): Es gibt dort keine Hausaufgaben mehr. Ist das ein Eingeständnis an die Realitäten, weil jede(r), die/der im Hauptschulbereich tätig ist, weiß, dass sie meistens nicht oder nur von der Hälfte der Klasse erledigt werden.
Stattdessen wird das gemacht, was an anderen Schulen, vor allem Ganztagsschulen, auch schon Realität ist: die Einführung der 60 – Minuten – Unterrichtsstunde. Sicher werden manche sagen, dass gerade in einer Ganztagsschule eine Hausaufgabenbetreuung möglich sei, aber wer schon mal in eine solche Betreuung eingeteilt war, weiß um die Unwägbarkeiten.
Außerdem, eine Studie der Universität Dresden fand heraus, dass Hausaufgaben nicht viel bringen, wahrscheinlich haben Hausaufgaben sogar überhaupt keinen Lerneffekt. Hans Gängler von der Fakultät Erziehungswissenschaften der TU Dresden meint, dass Schüler, die gut in der Schule sind, durch Hausaufgaben nicht besser werden und umgekehrt Schüler, die in der Schule nicht so gut sind, könnten ihre Leistungen durch Hausaufgaben nicht steigern. Die Hausaufgaben hätten keinen Einfluss auf die Noten. Die Forscher beriefen sich auf die Daten von Ganztagsschulen in Sachsen. 70 % der Schüler lassen sich dort mehr als einmal in der Woche bei den Hausaufgaben helfen. Befragt wurden 500 Lehrer und 1.300 Schüler.
Besonders fragwürdig sind dabei Hausaufgaben, die über das Wochenende aufgegeben werden, zumal von Freitag auf Montag. Wie viele Arbeitnehmer müssen am Wochenende Berufliches erledigen? Soll man das dann Grundschulkindern oder anderen halbwüchsigen zumuten?
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
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