Ein heißes Eisen: Sexualkunde in der Schule
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ein heißes Eisen hat die Landesschülervertretung Rheinland - Pfalz, gewähltes Organ der Schülerinnen und Schüler von 160 Gymnasien und Gesamtschulen, angefasst: Sie fordert, die von 1987 stammende Richtlinie über den Sexualkundeunterricht den gesellschaftlichen Realitäten anzupassen. Die bisherigen Pläne zur Reform der Richtlinien gehen den gewählten Vertretern nicht weit genug, wie in der Rhein - Zeitung vom 6.4.09 zu erfahren war. Themenbereiche, die in der Schule sicher nicht leicht von Lehrerinnen und Lehrern zu vermitteln sind, aber von der Schülervertreung vehement eingefordert werden, sind
- Lustbedingtheit der Sexualität,
- Homosexualität,
- Bisexualität und
- Transsexualität.
Landesschülervertreter Julian Knop, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt, wird zitiert mit den Worten „Es ist sogar so, dass das Wort schwul für alle möglichen Dinge als Beleidigung herhalten muss. Die Schule ist schwul, Lehrer sind schwul, sogar Hausaufgaben sind schwul. So lange Lehrer in diesen Sprachgebrauch nicht eingreifen, wird sich daran nichts ändern." Diese Feststellung kann sicher niemand von der Hand weisen. dass eine verbesserte Aufklärung dabei nötig ist, auch nicht. Schülerinnen und Schüler werden in den Medien tagtäglich mit unterschiedlichen Aspekten des Sexuallebens konfrontiert und dabei spielen auch unterschiedliche Neigungen eine Rolle. Meist werden diese Themen sehr unreflektiert konsumiert und eher gemeinsam mit Gleichaltrigen diskutiert.
Um die Perspektive zu erweitern, ist es daher nicht nur Aufgabe des Sexualkundeunterrichts, sondern auch ein wichtiger Punkt im Bereich der Medienkompetenz, diese Dinge in der Schule aufzugreifen. Sicher wird es gesellschaftliche Gruppen und auch Eltern geben, die diese Themen nicht in der Schule sehen wollen. das ist allerdings beim normalen Aufklärungsunterricht auch so und mit Sicherheit kein Grund, im Sinne einer pluralen Erziehung darauf zu verzichten.
Ihr
Gernot Herz
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