Ein schöner Traum: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Gehaltskürzungen sind in der freien Wirtschaft ein Thema, wenn beispielsweise eine Firma eine Führungskraft wegen der Zusammenlegung zweier Abteilungen nicht mehr entsprechend beschäftigen kann. Im Staatsdienst schaut das etwas anders aus - mit Folgen für die Schullandschaft Rheinland - Pfalz.

Mit der Einführung der „Realschule plus" zum Schuljahr 2009/10 werden etliche Rektorenstellen überflüssig. Diese könnten aber künftig bei gleichbleibender „Chef"- Besoldung als ganz normale Lehrer arbeiten.

Zwist im Lehrerzimmer droht mit der Schulstrukturreform aber noch aus einem anderen Grund: An der „Realschule plus" werden künftig Hauptschullehrer und Realschullehrer unter einem Dach und vor allem die gleichen Schüler unterrichten - allerdings bei unterschiedlicher Bezahlung.

Verschmelzen künftig eine Haupt- und eine Realschule zur „Realschule plus", wie es in Schulzentren der Fall sein wird, dann wird dort die Schulleiterstelle nicht nur neu ausgeschrieben, sondern es gibt eben auch nur einen neuen Rektorenposten - aber zwei „ausscheidende" Schulleiter. Außerdem: Auch bei reinen Hauptschulen, die zur „Realschule plus" umfunktioniert werden, wird der Chefsessel nicht automatisch an den Amtsinhaber weitergegeben, sondern ebenfalls ausgeschrieben.

Wer hat eigentlich dann die besseren Chancen? Der ehemalige Hauptschulrektor oder der ehemalige Kollege von der Realschule? Oder wird es gar ein Kandidat von außerhalb, denn über das Amtsblatt des Ministeriums werden alle diese Stellen ausgeschrieben. Zusätzlich ausgeschrieben werden auch die Stellen der pädagogischen Koordinatoren, die zur Schulleitung der neuen Schulform im Range eines Konrektors gehören werden. Kontinuität sieht anders aus, aber manchmal kehren neue Besen auch besser. Unbefriedigend bleibt die Situation für die gelernten Hauptschullehrer, denn man sicher sagen kann, sie hätten sich ja für einen anderen Studiengang entscheiden können, aber gleicher Lohn für gleiche Arbeit erscheint schon gerecht. Ob es aber wirklich zum Zwist kommt, darf bezweifelt werden, da den Besserverdienern unter den Kollegen dieser Vorteil schließlich nicht vorgeworfen werden kann.

Ihr

 

Gernot Herz

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Anne, 21.05.2009 23:01:
Sehr geehrter Herr Merz,Ihre Auffasung von gleicher Leistung und unterschiedlicher Besoldung ist schon bemerkenswert.Natürlich wird es Zwist im Lehrerzimmer geben, wenn Lehrer für gleiche Arbeit mit erhöhten Leistungsanspruch weniger verdienen. Es ist Sache des Dienstherrn dafür zu sorgen, dass diese erhöhte Leistungsanforderung von Hauptschullehrern im Realschulbereich entsprechend bezahlt werden z.B. durch Tätigkeitszulage, denn das Land spart dadurch etliches Geld ein. Jahrzehnte war die Hauptschule die Pflichtschule, was soll also Ihr indirektes Argument, Hauptschullehrer hätten ja einen anderen Studiengang wählen können. Wer hätte die Kinder in den Hauptschulen unterrichten sollen? Realschullehrer mit der Besoldung eines HS-Lehrers? Wer ist für diese neue Schulform verantwortlich, die Hauütschullehrer oder das Kultusministerium?Deswegen "scheint" es nicht nur gerecht, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, sondern es ist eine Forderung, dass diese Tätigkeit der HS-Lehrer besser bezahlt werden muss, wenn nötig mit dem Druck der Lehrergewerkschaften. So wie Sie Stellung beziehen, nehme ich an, dass Sie zu den "Realschullehrern " zählen.