Stichwörter: Lehramt, Studium, Befragung.

Entschuldigung, wie studiert man eigentlich fürs Lehramt?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

was vor einiger Zeit schon angeprangert wurde, hat der Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband nun empirisch untersuchen lassen: Die modularisierte Variante der Lehramtsausbildung, wie sie nicht nur in Bayern, sondern bundesweit durchgeführt wird, scheint die Studierenden eher zu hemmen als zu befördern:

33 Prozent der Befragten bemängeln, dass sie nicht ausreichend über das modularisierte Studium informiert werden und damit Schwierigkeiten haben, ihr Studium überhaupt zu planen.

46 Prozent gaben an, dass es den Universitäten nicht gelingt, die Studierenden zu Beginn des ersten Semesters ausreichend über den Studienablauf zu informieren.

Nur 68% Prozent wissen, in welchem Semester sie bestimmte Veranstaltungen besuchen müssen.

Brauchen die Studierenden eine persönliche Beratung von Studienbetreuern, ist dies anscheinend auch nicht so einfach, denn 49 Prozent stellten fest, dass die Studienbetreuer nicht gut erreichbar seien.

Sicher, man könnte sagen, dass die Studierenden nicht so viel klagen sollten, denn jeder Studierende musste sich immer erst einmal im Gewirr der Veranstaltungen, Studien- und Prüfungsordnungen orientieren. Alarmierend ist dann allerdings, dass scheinbar noch nicht einmal die Dozenten ordentlich informiert sind und somit als Berater auch ausfallen: Auf die Aussage „Meine Dozenten sind über die Modularisierung gut informiert“ gaben 44 Prozent der Befragten „Trifft eher nicht zu“ und 36 Prozent „Trifft nicht zu“ an.

Da besteht dringender Handlungsbedarf, selbst beim PISA – Leader Bayern!

Ihr

 

Gernot Herz

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Christine, 26.10.2010 19:40:
Hallo Herr Herz, meine Tochter studiert Lehramt und in ihrer Uni scheint es fast so, als wenn niemand so richtig über die Modulstrukturen Bescheid weiß.Mir scheint es, dass es an der Uni, an der meine Tochter studiert überhaupt nicht organisiert ist, wer wann welche Veranstaltungen besuchen muss, um das Studium termingerecht abschließen zu können. Ich habe fast das Gefühl, dass die Studenten irgendwo auf ihrem Weg allein gelassen werden. Ich denke, wenn etwas Neues eingeführt wird, sollte man vorher doch mal klare "Ansagen" schaffen und sich durchdenken, wie es an der Uni funktioniert. Als Elternteil ist man völlig machtlos, weil man in keinster Weise helfen kann... Es ist schon traurig, dass man so etwas erleben muss. Ich selbst habe zu DDR- Zeiten studiert, war zwar nur auf einer Fachschule, aber alles war super organisiert, die Hörsäle waren so, dass jeder einen Sitzplatz zur Verfügung hatte. Alle konnten ihr Studium zur festgelegten Zeit beenden, weil sie alle Nachweise hatten-eben weil die Veranstaltungen so festgesetzt waren, dass man daran teilnehmen musste. Heute wählen sich die Studenten Kurse aus, die sie besuchen möchten und können z. B. wegen "Überfüllung" nicht teilnehmen. Wird einem jungen Menschen dann nicht die Motivation genommen, wenn solche Situation häufiger eintritt??? Wie soll ein Lehramtsstudent da Ordnung rein bekommen? Er geht in die Praxis zum "Probieren", aber otfmals fehlen ihm notwendige Voraussetzungen, um den Erwartungen von den Mentoren gerecht zu werden. Wie soll man da beurteilt werden? Die Modulstruktur mag sinnvoll sein, aber bitte mit genauen Terminangaben und zu leistenden Aufgaben, damit ein Student auch weiß, was er wann "abzuleisten" hat und für ihn sichtbar wird, was er schon alles geleistet hat. Für meine Tochter wünsche ich mir, dass sie ihr Studium nicht endlos lange ausdehnen muss, weil sie Kurse aus oben genanntem Grund nicht besuchen kann. Es kostet ja auch eine Menge Geld! Mit freundlichem Gruß Ch. Förstenberg