Fazit zur Reform der Lehrerausbildung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

unter der Überschrift „Besserung in Sicht“ zieht  Ewald Terhart, Erziehungswissenschaftler an der Universität Münster, eine Bilanz der vor zehn Jahren begonnen Umgestaltung der Lehrerausbildung in Deutschland. Im Folgenden sollen Ihnen die wichtigsten Punkte des Resümees vorgestellt werden:

  1. Es gebe Standards für die bildungswissenschaftlichen Teile der Lehrerbildung in Universität und Vorbereitungsdienst. Dadurch sei es klarer geworden, was angehende Lehrer am Ende der Ausbildung fachlich und pädagogisch wissen und können sollten.
  2. Es seien fast an allen Unis eigene Zentren für Lehrerbildung gegründet und Studienprogramme in den erziehungswissenschaftlichen Anteilen deutlicher auf das spätere Berufsfeld abgestimmt sowie die Situation der Fachdidaktiken schrittweise verbessert worden.
  3. Die Zusammenarbeit zwischen den Universitäten und Studienseminaren, die den berufspraktisch ausgerichteten Vorbereitungsdienst durchführen, habe begonnen; in den Studienseminaren seien Ausbildungspläne gestrafft worden; selbst organisiertes, schulnahes Lernen der Referendare komme sehr allmählich und schrittweise stärker zum Zuge.
  4. Einzelne Bundesländer experimentierten mit speziell ausgestalteten begleiteten Berufseingangsphasen. So solle der Gefahr begegnet werden, dass die neuen Ideen und frischen Kräfte unter dem Druck des Alltags und seiner Bewältigung gleich wieder zerrieben werden.

Das ist der positive Teil der Bilanz, dessen Auswirkungen in Form neuer Lehrerinnen und Lehrer mittlerweile in der zweiten Ausbildungsphase angekommen sind. Allerdings zeigen sich, wenn man Herrn Tehart folgt, noch einige Probleme:

  1. Durch die Kulturhoheit der Länder habe die Vielfalt der Modelle, Wege und Varianten, die zum Lehrerberuf führen, innerhalb und zwischen den Bundesländern deutlich zugenommen, wodurch die Unübersichtlichkeit des gesamten Systems noch gesteigert worden sei.
  2. Sobald in bestimmten Bereichen oder gar flächendeckend ein Mangel an regulär ausgebildeten Lehrkräften bestehe, würden die Zugangsschwellen abgesenkt; im umgekehrten Fall würden sie erhöht.
  3. »Seiteneinsteiger« senkten faktisch den Wert regulärer Ausbildungsprozesse ab.
  4. Kaum ein Feld der Bildung sei derart von dumpfen Ressentiments, übersteigerten Hoffnungen und undurchdachten Kurzschlussreaktionen betroffen wie das Thema »Lehrer«.

Terhart schließt mit der Bewertung, dass eine neue Ausbildungs-, Laufbahn- und Besoldungsstruktur speziell für den Lehrerberuf fehle. Weiter sagt er, das eigentliche Problem sei nicht die Lehrerbildung, sondern die Struktur des Lehrerberufs selbst. Den gesamten Artikel können Sie online unter www.zeit.de/2009/50/C-Lehrerbildung nachlesen.

Ihr

 

Gernot Herz

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