Forsa-Umfrage zur Belastung von Schulkindern
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wie DRadio Wissen vergangene Woche berichtete, ist jedes zweite Kind .. von der Schule gestresst. Das ergab eine Studie des Forsa-Instituts im Auftrag der Techniker Krankenkasse. 1.000 Eltern wurden dabei zum Stresslevel ihrer Kinder befragt. Die größten Stress-Auslöser seien der Leistungsdruck und die Angst vor schlechten Noten. Jeden fünften Schüler stresse es zudem, dass er sich von Lehrern ungerecht behandelt fühle und dass der Schultag zu lang sei. Laut der Studie leidet jedes achte Kind unter Mobbing und fühlt sich ausgegrenzt. Das betreffe alle Schulformen und Jungen wie Mädchen gleichermaßen. Die Experten der Kasse raten Eltern, sich viel Zeit für Gespräche mit ihren Kindern zu nehmen. Außerdem seien ein stabiler Tagesrhythmus mit festen Hausaufgabenzeiten und ausreichende Ruhepausen wichtig.
Wundert mich nicht, aber einen eigenen Kommentar möchte ich dazu nicht verfassen, sondern lieber die Leserkommentare, die hier zu finden waren, denn die treffen zwar nicht alle den Kern, aber die vielen Aspekte der Problematik:
- Meine Mutter ist Lehrerin und sie sagt, der Stress kommt nicht aus der Schule sondern aus der Familie und aus der restlichen Umwelt. Schule soll ja anspruchsvoll sein, aber man braucht eben genug Energie, um damit fertig zu werden. Wenn die Kinder das nicht mehr schaffen, schiebt man es auf den Leistungsdruck und will das das Niveau senken. Andersherum wird ein Schuh draus. Kinder in die Ganztagsschule mit individueller Betreuung, Freizeitprogramm (z.B. in Zusammenarbeit mit Vereinen und Musikschulen), schönen Kantinen usw., damit die Kinder sich entspannt auf die Aufgaben konzentrieren können. Die Aufgaben sollen dann aber auch ruhig anspruchsvoll sein.
- Und in Bayern wird ein depressiver Gymnasiast dank 8-jährigen Gymnasiums bald keine Zeit mehr für eine Psychotherapie haben...
- So ist das in einer leistungsorientierten Gesellschaft. Leistung, Leistung, Leistung. Abitur in 12 Jahren, Studium in 6 Semestern, Klausurenfülle wie noch nie, und bei schlechter Leistung gibt’s aufn Deckel. Und dann wundert man sich, dass Industriekrankheiten ihre Hochkonjunktur haben. So ist das eben.
- Das Problem wird hier herrlich verharmlost, denn wie sollen Eltern und Kinder dem Druck standhalten, den die Gesellschaft mit dem nun mal herrschenden Leistungsprinzip ausübt?! Jeder gilt in Deutschland nur etwas, wenn er gute bis sehr gute Leistungen bringt, Verlierer oder Schwächere müssen halt selbst sehen, wie sie zurechtkommen. Dazu kommt, dass einerseits beide Eltern voll arbeiten sollen, die Kinder "gefälligst" von der Krippe über den Kiga bis zur Nachmittagsbetreuung (+"Hobbies") zum Supernachwuchs gedrillt werden soll, und dann wird aufgerufen, doch mal "in einer ruhigen Minute"(wann, nachts um 12?!) sich für die Kinder Zeit zu nehmen. Widerspruch par excellence…
- Interessant, dass es hierfür eine Studie braucht- ist das nicht schon immer so gewesen? Außer vielleicht in der Waldorfschule... Aber im Ernst, wie hoch ist denn der %-Anteil von Schülern (heutzutage und in der Geschichte), die ungestresst, fröhlich und gern in die Schule gehen?? Vielleicht 2 oder 0.2? Wohl eher letzeres.
Fehlt noch was?
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
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