Stichwörter: Pädagogik, Didaktik, Schulfrust.

Gedanken über das Fach Mathematik

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

persönlich bin ich auch gepeinigt durch den Mathematikunterricht meiner eigenen Schulzeit. War ich in der Grundschule und der Orientierungsstufe wirklich „gut“, sanken meine Noten später teilweise in bedenkliche Tiefen, ganz gleich, welche MathematiklehrerInnen ich hatte. Als Klassenlehrer fiel mir beim Zusammentragen der Zeugnisnoten immer die Spalte des Faches Mathematik auf, die regelmäßig den Horror eines Schuljahres widerspiegelten. Dem gleichen Thema widmete sich das Magazin der Süddeutschen Zeitung. Online können Sie die Artikel unter http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/35806 nachlesen. Die Autorin bestätigt im Grunde meine Beobachtungen. Interessant ist dabei der Tenor der Empörung der Online-Kommentare über die kritischen Ausführungen der Autorin. Man ist fast versucht noch etwas Öl in das Feuer der Empörung zu gießen.

Ein Kommentator fasst zusammen, was alle durch Mathematiklehrerinnen und –lehrer Geknechteten wohl denken: Die zum Teil heftigen bis bösartigen Reaktionen auf den Artikeln zeigen nur, dass die Autorin bei einigen einen wunden Punkt getroffen hat. Natürlich gibt es auch viele kompetente und engagierte Lehrer. Aber geschätzte dreißig Prozent aller Lehrer sind leider komplett ungeeignet für diesen Beruf. Und es ist ein Skandal, dass unsere Gesellschaft toleriert, dass diese unfähigen Lehrer auf unsere Kinder losgelassen werden. In unserem Schulsystem gibt es keine Möglichkeiten, gegen erwiesenermaßen schlechte Lehrer vorzugehen…

Da muss man schon schlucken angesichts der kolportierten Zahl von „dreißig Prozent“ Lehrern, die angeblich ungeeignet für den Beruf seien. Mathematik zeichnet sich mutmaßlich auch dadurch aus, dass man das Gefühl hat, der Wert des Faches werde gesellschaftlich sehr hoch gehängt, die Arbeitsbelastung für die Lehrkräfte erscheine aber dafür vergleichsweise niedrig.

 

Ihr

 

 

Gernot Herz

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