Gedanken über das unterschiedliche Lernen von Mädchen und Jungs
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Jungen sind in der Wahrnehmung schwieriger zu handhaben als Mädchen. Einen interessanten Artikel hat hierzu Bert Pfahl, Redakteur der sehr interessanten Plattform www.erziehungstrends.de verfasst, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:
Jungs und Mädchen interessieren sich für andere Texte
Es ist zwar für jeden Lehrer eine täglich in der Schule erfahrbare Tatsache, dass sich Jungs bei den meist für Diktate zugrunde gelegten „Mädchen-Texten“ langweilen, nicht dafür interessieren. Aber bisher hatte der Feminismus erreicht, dass sich in den Schulen die Lehrer hauptsächlich an den Mädcheninteressen orientieren. Das führt häufig dazu, dass Jungen abschalten, da sie die Texte „öde“ finden, nicht motiviert sind.
Der Mut von PONS, nach Jungen- und Mädcheninteressen unterschiedene Schulbücher herauszugeben, ist zu begrüßen, auch wenn sich der Verlagsleiter offensichtlich bewusst ist, sich auf ein gefährliches und vermintes Gelände vorzuwagen. Daher wird auch auf der Homepage ( www.pons.de) (noch) vor allem das Textbuch für Mädchen beworben. Sebastian Weber, verantwortlich für diesen mutigen Schritt, erklärt denn auch „political correct“: "Wir wollen nicht altbekannte Klischees zementieren, sondern die Kinder da abholen, wo sie stehen. Dabei nutzen wir zum einen ihre Themenwelten zur Motivation und bieten zum anderen gezielte Aufgabentypen für die jeweiligen Bedürfnisse."
Und tatsächlich sind als typische „Mädchenthemen“ aufgeführt Pferde, Prinzessinnen und Mädchenfreundschaften, während das Interesse der Jungen durch Themen wie Raumschiffe, Autos, Abenteuer geweckt wird.
Jungs brauchen mehr Bewegung
Auch das Wissen darum, dass „wilde Jungs“ einen stärkeren Bewegungsdrang haben, ist eine Binsenweisheit. Bisher wurde aber darauf in den an den Bedürfnissen der Mädchen orientierten Schulen keine Rücksicht genommen. Umso erfreulicher, dass jetzt mit sogenannten „Treppendiktaten“ die Bewegungsfreude der Jungen positiv genutzt wird. Werden sie aktiv an ein Lernthema herangeführt, kommt dies ihrer anschließenden Konzentrationsfähigkeit zugute.
Man kann diesem für die Grundschule konzipierten Lernmaterial nur wünschen, dass es in vielen Schulen zum Wohle der Jungen Eingang findet. Für die Unterrichtspraxis stellt sich dann allerdings die Frage: Ist dies ein erster Schritt dahin, dass in diesen Fächern Jungen und Mädchen getrennt unterrichtet werden?
Ihr
Gernot Herz
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