Gedanken über den Sinn von Bildungsinvestitionen
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
brauchen wir wirklich mehr Geld für Bildung? Wenn man den Gedankengängen des Politologen Michael Böhm folgt, nicht: …Mehr Geld, damit Schulen mit Computern ausgestattet werden, mehr Geld, damit die Klassenstärken verringert werden können, mehr Geld, damit man Lehrer besser bezahlen kann – das sind seit langem die Forderungen von Pädagogen, Eltern und ihren Interessengruppen. „Mehr Geld für Bildung!“, des tönen auch die politischen Parteien im Chor. Die schwarz-gelbe Regierung verspricht in ihrem Koalitionsvertrag, bis 2013 die Ausgaben des Bundes für Bildung und Forschung um zwölf Milliarden Euro zu erhöhen. Das ist gut, so meinen viele, fortschrittlich und nötig, denn im Land der Dichter und Denker ist der „Pisa-Schock“ von 2001 längst zum Dauerzustand geworden: Man hört von 80 000 jungen Leuten, die jährlich die Schule ohne Abschluss verlassen, von schweren Bildungslücken in Mathematik und Deutsch, von sinkenden Studentenzahlen. Eine Katastrophe sei das, meint dazu die Wirtschaft, denn es untergrabe die Innovationsfähigkeit des Landes, verschleudere sein Potenzial. Die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands, so viel scheint jetzt schon sicher, steht auf dem Spiel – und Finanzspritzen im Bildungssektor sollen dem nun entgegenwirken.
Aber bringt das etwas? Schon ein erster Blick auf die OECD-Statistik macht stutzig: Die Holländer geben gemessen am Bruttoinlandsprodukt weniger für Schulen aus als die Deutschen – trotzdem haben sie bei Pisa wesentlich besser abgeschnitten. Auch der Pisa-Sieger Finnland belegt keinesfalls einen Spitzenplatz auf der Ausgabenliste. Noch stutziger macht es allerdings, lässt man die entwickelten Nationen außer Acht: Vietnam, das laut OECD zu den zehn ärmsten Ländern der Welt gehört, dürfte in unseren Augen eine bildungspolitische Hölle sein: Dort wird im Drei-Schicht-System an den Schulen unterrichtet, die Klassen sind überfüllt, die Lehrer schlecht bezahlt, es gibt keine Lehrbücher, von Computern ganz zu schweigen – trotzdem haben Grundschüler in Hanoi deutlich bessere Mathematikleistungen als ihre Altersgenossen in München. Das geht aus einer vergleichenden Studie hervor. Interessanterweise besagt dieselbe Studie, dass die Intelligenztestwerte geringfügig höher waren – und zwar aufseiten der Deutschen…
Sehr provokativ. Man könnte meinen, hier würde der Schwarze Peter den Kolleginnen und Kollegen zugeschoben. Nein, der Autor geht kritisch mit dem Zustand der Gesellschaft ins Gericht. Das komplette Essay vom 26.11.09 können Sie hier nachlesen:
www.merkur.de/2009_48_Geistreich_ohne_G.38718.0.html?&no_cache=1
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
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