Gefahrenzulage - wem hilft so ein Vorschlag?
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ob die aufkommende Diskussion über eine Gefahrenzulage für Lehrerinnen und Lehrer angesichts der schrecklichen Geschehnisse von Winnenden wirklich hilfreich ist, ist wirklich fraglich. Heinz-Peter Meidinger leitet eigentlich das Robert-Koch-Gymnasium am Schulzentrum im niederbayerischen Deggendorf - doch als Vorsitzender des Deutschen Philologenverbandes hat er jetzt in ganz Deutschland Aufsehen erregt. Der Amoklauf in Winnenden habe „erneut gezeigt, dass Lehrer immer öfter zum Hassobjekt werden. Man könnte deshalb über eine Art Gefahrenzulage nachdenken", sagte er der „Bild"-Zeitung. Ich finde diesen Vorstoß äußerst unpassend und dem sich gerade verbessernden Image der Lehrerschaft in Deutschland nicht dienlich. Ich bin froh, dass Herr Meidinger nicht mein Verbandsvorsitzender ist. Näher steht mir da schon die Position der GEW, auch hier bin ich nicht Mitglied.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hält die Forderung des Philologenverbandes nach einer „Gefahrenzulage“ für Lehrer nach dem Amoklauf von Winnenden für „peinlich“. Gehaltsforderungen in einen Zusammenhang mit dem Amoklauf zu bringen sei geschmacklos, sagte Marianne Demmer, Leiterin des GEW-Vorstandsbereichs Schule, am Montag in Frankfurt am Main. Über Einkommensfragen werde immer noch in Verhandlungen entschieden.
Die GEW-Schulexpertin kritisierte: „Der Philologenverband schlägt einen falschen Weg vor, der weder den tragischen Ereignissen noch den Bedürfnissen der Lehrkräfte gerecht wird.“ Notwendig seien eine Weiterentwicklung der Präventionsangebote und mehr Fortbildungen für Pädagogen zum Thema Gewalt in Schule und Gesellschaft. Zudem müsse der Arbeits- und Leistungsdruck gesenkt werden. „Lehrkräfte brauchen mehr Zeit für die Schülerinnen und Schüler“, sagte Demmer.
Ihr
Gernot Herz
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