Graumarkt der Bildung

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

bevor Familien bei der Bildung der Kinder sparen, verzichteten sie eher auf Konsumausgaben berichtet Andrea Heiliger, die Sprecherin des Bundesverbandes Nachhilfe- und Nachmittagsschulen (VNN). Weiter registriert sie eine Zunahme sogenannter „Graumarktangebote“. Hört sich nicht so schlimm an wie „Schwarzmarkt“, beinhaltet aber einen geringschätzenden Beigeschmack. In der Börsensprache, wo der Begriff geläufiger ist, schwingt nichts Despektierliches mit. Tatsächlich sparen Eltern auch bei der Bildung, indem sie nämlich auf dem Graumarkt Nachhilfe suchen. Was ist also dieser Graumarkt? Kolleginnen und Kollegen, die nach Feierabend Nachhilfe erteilen, Studenten oder andere Berufene, die per Cash und unkompliziert, vielleicht sogar beim Kind zuhause helfen, Wissenslücken zu füllen.

Sicher ist es gut, dass die Nachhilfeschulen zertifiziert sind und Konzepte vorzuweisen haben. Dafür sind sie allerdings auch teurer. Ob aber die Qualität auf dem Graumarkt wirklich in diesem Farbton erscheint, darf bezweifelt werden. Auch 2010 werden Eltern über eine Milliarde Euro in die Nachhilfe stecken. Beängstigend finde ich dabei, dass Nachhilfe im Grundschulbereich ein wachsender Markt ist. Ziel ist dabei die Gymnasialempfehlung. Sicher sind statistisch die Berufschancen größer und die Bedrohung Arbeitslosigkeit geringer, wenn man das Abitur gemacht hat, aber Grundschulkinder diesem Druck auszusetzen und ihnen die Zeit zur Entwicklung nicht zu geben, dass halte ich für sehr bedenklich.

Ihr

  

Gernot Herz

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Ulrich, 05.01.2010 16:41:
Sehr geehrter Herr Herz! Was ich für sehr bedenklich halte ist, dass es überhaupt einen Nachhilfemarkt gibt! Und was heisst, dass die Eltern "sparen", weil sie auf dem "Graumarkt" suchen. Dort und auch in den offiziellen Instituten arbeiten keine anderen Lehrer als in den normalen Schulen, wo sie zum großen Teil bereits versagt haben, weil so viele Schüler zur Nachhilfe gehen müssten, aber viele Eltern das Geld nicht haben. Der Lehrer ist das Eingangsportal in den Bildungsprozess und an ihm liegt es in erster Linie, wie verständlich er den Lehrstoff vermittelt. Bis die Lehrer jedoch begriffen haben, dass eigentlich nicht die Schüler, sondern die sogenannte wissenschaftliche Pädagogik/Didaktik versagen, werden wohl noch sehr viele Jahre ins Land gehen, ohne dass wir in der Bildung vorankommen. Ich habe am Anfang auch nach dieser an den Unis gelehrten Pädagogik unterrichtet, aber schnell gemerkt, dass diese nicht in der Lage ist, den Schülern den Lehrstoff begreifbar herüber zu bringen! Hören wir also auf, die nachhilfebedürftigen Schüler als lernschwach zu sehen sondern die Lehrer als lehrschwach! Wir müssen zu einer neuen pädagogischen Philosophie finden, Sachinhalte auch sachlogisch zusammenhängend zu lehren und nicht, wie die Lehrpläne es vorschreiben, sachzerrissen teils über mehrere Schuljahre hinweg! Ich betreibe diese Reformpädagogik schon einige Jahre und führe meine Schüler in 2-3 Monaten wieder zu guten Leistungen ohne dass sie meiner noch bedürfen wo "normale" Nachhilfeinstitute 2-3 Jahre dafür brauchen. Für den Fall, dass ein Lehrer nicht verständlich war, benutzen sie meine in dieser Didaktik geschriebenen Gesamtlehrbücher Physik für MS und Gymnasien bzw. Leitfaden der Mathematik 1.Kl. bis Abitur! Es wird höchste Zeit, dass die Pädagogen umdenken!