Graumarkt der Bildung
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
bevor Familien bei der Bildung der Kinder sparen, verzichteten sie eher auf Konsumausgaben berichtet Andrea Heiliger, die Sprecherin des Bundesverbandes Nachhilfe- und Nachmittagsschulen (VNN). Weiter registriert sie eine Zunahme sogenannter „Graumarktangebote“. Hört sich nicht so schlimm an wie „Schwarzmarkt“, beinhaltet aber einen geringschätzenden Beigeschmack. In der Börsensprache, wo der Begriff geläufiger ist, schwingt nichts Despektierliches mit. Tatsächlich sparen Eltern auch bei der Bildung, indem sie nämlich auf dem Graumarkt Nachhilfe suchen. Was ist also dieser Graumarkt? Kolleginnen und Kollegen, die nach Feierabend Nachhilfe erteilen, Studenten oder andere Berufene, die per Cash und unkompliziert, vielleicht sogar beim Kind zuhause helfen, Wissenslücken zu füllen.
Sicher ist es gut, dass die Nachhilfeschulen zertifiziert sind und Konzepte vorzuweisen haben. Dafür sind sie allerdings auch teurer. Ob aber die Qualität auf dem Graumarkt wirklich in diesem Farbton erscheint, darf bezweifelt werden. Auch 2010 werden Eltern über eine Milliarde Euro in die Nachhilfe stecken. Beängstigend finde ich dabei, dass Nachhilfe im Grundschulbereich ein wachsender Markt ist. Ziel ist dabei die Gymnasialempfehlung. Sicher sind statistisch die Berufschancen größer und die Bedrohung Arbeitslosigkeit geringer, wenn man das Abitur gemacht hat, aber Grundschulkinder diesem Druck auszusetzen und ihnen die Zeit zur Entwicklung nicht zu geben, dass halte ich für sehr bedenklich.
Ihr
Gernot Herz
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