Hilft der Fußball den Migranten in unseren Schulen?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

passend zum Erfolg unserer "Multikulti-Truppe, der Fußballnationalmannschaft, bei der Fußball - WM 2010 kamen die neuesten Untersuchungen des Migrationsberichts in die Medien: Migranten sind immer noch abgehängt, wenn es darum geht, das Gymnasium zu besuchen, einen Ausbildungsplatz zu finden oder nicht in die Arbeitslosigkeit zu geraten. Zweifelsohne wurde in dieser Hinsicht schon einiges getan und manche Bundesländer haben sich Verbesserungen auf die Fahnen geschrieben und tatsächlich auch Erfolge vorzuweisen. Aber wenn es darum geht, Bildungsverlierer zu benennen, sind es oft genug Kinder mit Migrationshintergrund. Dass es auch erfolgreiche Beispiele für Integration gibt, die in Gestalt der Nationalspieler Özil, Marin, Khedira usw. mit dem Bundesadler auf der Brust von Millionen Bundesbürgern bzw. Einwohnern mit Migrationshintergrund angefeuert werden, ist nicht abzustreiten.

Ich will deren Erfolg und eventuellen Beitrag zur Integration auch gar nicht diskutieren. Aber dienen sie den Schülern mit ausländischen Wurzeln wirklich als Vorbild? Gehören sie nicht zu jenen, die als Einwanderer erwünscht sind, uns nicht auf der "Tasche liegen", sondern uns tatsächlich"weiter" bringen? Es kam in den letzten Wochen die Idee auf, Intelligenztests als Einwanderungshindernis einzuführen. Ist das der fadenscheinige Versuch einer Einwanderungsselektion und gleichzeitiger Reduzierung des möglichen Bildungsmisserfolgs? Oder was soll damit erreicht werden?

Ihr

  

Gernot Herz

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Gerhard K., 13.07.2010 18:36:
"... Aber dienen sie den Schülern mit ausländischen Wurzeln wirklich als Vorbild? Gehören sie nicht zu jenen, die als Einwanderer erwünscht sind, uns nicht auf der "Tasche liegen", sondern uns tatsächlich"weiter" bringen? ..." Ist der Wunsch nach "Integration" von Menschen mit Migrationshintergrund denn etwas Anderes als der Wunsch, dass auch Menschen von außerhalb sich so in unsere Gesellschaft hineinfinden, dass sie nicht nur mit den anderen Einwohnern unseres Landes gut auskommen, sondern auch willens und in der Lage sind, für ihr Auskommen eigenverantwortlich und selbst zu sorgen? "Lasst nur alle, die mühselig und beladen sind, zu uns kommen! - Wir werden sie schon durchfüttern, unabhängig davon, welche Einstellung zu uns, ihren Gastgebern, die Existenzsicherungsempfänger auch äußern und leben ..." Das wäre nicht nur falsch, das wäre auch idiotisch, nicht nur aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Wenn das Beispiel der "Multikultitruppe" unserer Fußball-Nationalkicker zu etwas gut ist, dann doch: Hier hat sich jeder Einzelne in eine Arbeitsgemeinschaft eingebracht, hier war die Gemeinschaft wichtiger als der Ruhm des Einzelnen. Das hat eine weltweit mit Erstaunen zur Kenntnis genommene Mannschaftsleistung bewirkt und letztlich jedem Beteiligten Ruhm und Ehre eingebracht, unabhängig davon, welcher Ursprungsnationalität er zuzurechnen war. Was auf der "großen Bühne" funktioniert, ist auch im Kleinen, im Alltagsbereich sicher wegweisend. Dazu müsste sich aber jeder Beteiligte "selber an der Nase fassen" und schauen, was er/sie dazu beitragen kann. Und an dieser Bereitschaft habe ich so meine Zweifel ...