Hinaus aus der Schule - ein Plädoyer für außerschulische Lernorte

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

außerschulische Lernorte fördern den Anschauungsbegriff. Durch das bewusste eigene Erleben und Erfahren von Sachen, Phänomenen und Prozessen (z.T. auch mit Hilfe aller Sinne) kann der Kontakt zum Lerngegenstand leichter hergestellt werden. Die konkrete Beschäftigung mit den Lerngegenständen, die sich in ihrer natürlichen, gewohnten und funktionierenden Umwelt befinden und nicht als Abbild oder in der Vorstellung vorliegen, ermöglichen dem Schüler vielfältige Erfahrungen, die ihm weder durch Texte oder Bilder noch durch Erzählungen vermittelt werden könnten. Da die Schüler an außerschulische Lernorte nicht nur rational, sondern auch handelnd und emotional lernen, bleiben die Erfahrungen wesentlich länger im Gedächtnis erhalten. Komplexe Grunderfahrungen und Situationen können mit Hilfe der Anschauung und der eigenen Erfahrung meist effektiver vermittelt werden, wodurch den Schülern auch gewisse Zusammenhänge klarer und verständlicher werden. So besteht ein großer Unterschied, ob ich von Waldschäden höre oder sie direkt vor meinen Augen sehe, das heißt: Nichts was uns wirklich berühren soll, lässt sich aus zweiter Hand vermitteln. Durch die konkrete Auseinandersetzung "vor Ort" kommen Fragen auf, die oft über die Ziele der beabsichtigten Wissensvermittlung der Lehrer hinausgehen und somit die Zielrichtung des Unterrichts verändern können.

Schwierig wird ein solcher Besuch dann, wenn der Besuch eines Museums oder einer Produktionsstätte über die Vortragsform vermittelt wird. Dann läuft man schnell in die Sachgasse des Frontalunterrichts, des Dozierens und die Schüler werden hinterher den Besuch als zu lang(weilig) bezeichnen. deshalb will ein solcher Besuch vorbereitet, während des Besuchs durch Beobachtungsaufträge oder vorbereitete fragen ausgestaltet und unterrichtlich nachbereitet werden. An Grenzen stößt eine Exkursion immer mehr aufgrund finanzieller Probleme: Häufig wird Eintritt verlangt und die Anfahrt mit Bus oder Bahn will auch bezahlt werden. Die Zeiten, in denen Fachkonferenzen Etats für solche Veranstaltungen bereit halten, sind in den meisten Schulen auch vorbei. deshalb sollte ein gezielter Einsatz - möglicherweise einmal je Halbjahr langfristig vorbereitet werden und die Haushaltskassen der Familien durch das regelmäßige Einsammeln kleiner Beträge geschont werden.

Eine gute Zusammenstellung möglicher Exkursionsziele finden Sie hier.

Ihr

 

Gernot Herz

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