Stichwörter: Medien, Schulbuch, Methoden.

Immer umstritten: Die Rolle des Schulbuchs

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

„gut, dass die Kontinentalverschiebung nur einen Zentimeter im Jahr beträgt", sagt Karin Hechler, die Schulleiterin der Schillerschule in Frankfurt am Main, „dann halten wenigstens die Atlanten ein bisschen länger." Sie spricht in einem Artikel der Frankfurter Rundschau das Problem der Aktualität von Schulbüchern an. Auch sieht sei es kritisch, dass nach ihrer Erfahrung bei keiner einzigen Referendarsprüfung die Nutzung des Schulbuchs positiv gesehen wurde. Nun ist ja die Nutzung oder Nichtnutzung des Schulbuchs alleine kein Gütekriterium für Unterricht. Wenn überhaupt spielt hier die ökonomische Komponente eine Rolle. Das Schulbuch hat jeder, aber ob ein Kollege oder eine Kollegin deshalb weniger kopiert, nur weil sie das Buch verstärkt einsetzen, sei einmal dahingestellt.
Professor Joachim Kahlert, Erziehungswissenschaftler an der Ludwig-Maximilians-Universität in München stellt zum Thema Schulbuch  interessante Fragen:

  1. Wie setzen Lehrer das Schulbuch ein?
  2. Wie steht es mit der Textverständlichkeit?
  3. Wie wirkt das Buch auf die Schüler je nach Fach und Alter?

Mögliche Antworten sind:

  1. Sicher muss man von Fach zu Fach differenzieren: In Mathematik und im Sprachunterricht dürfte die Einsatzquote ziemlich hoch sein, denn Aktualität ist hier nicht so relevant. In den Sachfächern hängt es mit Sicherheit auch von der Aufbereitung der Themen ab, welche Inhalte der Schulbücher zum Tragen kommen. Außerdem, Unterricht rein nach dem Schulbuch ist natürlich sehr vorbereitungsfreundlich angesichts der steigenden Belastungen, denen Lehrkräfte immer mehr ausgesetzt sind. Aber ist reiner Schulbuchunterricht nicht auch sehr eintönig? Außerdem, wenn es um Wirtschaftlichkeit geht, ist das Internet sicher das günstigste Medium.
  2. Manche Texte sind je nach Lerngruppe definitiv zu schwer oder auch zu einfach. Bei der Planung von Unterricht lernen doch die oben angesprochenen Referendare, dass sie Medien und Materialien lerngruppenadäquat auswählen sollen.
  3. Wie Bücher auf Schüler wirken, ist meiner Meinung nach nicht so relevant wie die Frage, was im Unterricht mit Hilfe der Bücher gemacht wird. Werden sie tendenziell eher nach dem Rhythmus Lesen - Beantworten - Schreiben eingesetzt, ist die Aufmachung des Buches genau so gleichgültig wie bei einer methodisch durchdachteren und flexibleren Einsatzweise.

Welche Bedeutung das Schulbuch ökonomisch hat, belegten die Zahlen der Verlage: Obwohl sie viel für elektronische Medien werben, machen sie damit lediglich fünf Prozent ihres Umsatzes - mit dem klassischen Schulbuch dagegen 95 Prozent.

Ihr

 

Gernot Herz

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Monika, 20.02.2009 14:35:
Es ist eine Zumutung an uns Lehrkräfte, dass wir am besten ohne Buch und Arbeitsheft unterrichten sollen ---dann bitte mit entsprechender Stundenermäßigung, um die Wartezeiten am Kopierer und die Kopierzeit zu kompensieren. Man kann sich natürlich auch alternativ tot arbeiten und den Kindern große Gewichte am Schleppen der Arbeitsblätter zumuten...
Olaf, 22.02.2009 09:44:
Sehr geehrte Damen und Herren, sicherlich kann ich Ihnen zustimmen, dass der Einsatz des Schulbuches Fachabhängig ist. Leider muss ich jedoch feststellen, dass viele Lehrer/innen im Mathematikunterricht fast gänzlich ohne das Schulbuch unterrichten. Hier werden nur Kopien verteilt und im Stoff ist kein "roter Faden" zu erkennen. Wie sollen den Schüler dann ihren Stoff nachbereiten, bzw. sich auf die prüfungen vorbereiten. Mit freundlichen Grüssen Olaf
Berndt, 22.02.2009 18:06:
Bücher warum? Mein Sohn jetzt 5.Klasse Realschule, schleppt seit Anbeginn Bücher, Arbeitsbücher und diverse Hefte zu jeden Fach. Gearbeitet wird dann mit kopierten Blättern. Bücher nur als Gewicht zur Stärkung der Physis, oder. - Gespräch mit Lehrkraft? Gibt nur Probleme für das Kind dieser besserwisserischen Eltern. - fast jährlich neue Bücher? Haben sicher nur geringe Bedeutung aus der Sicht neuer pädagischer Erkenntnisse, aber wirtschaftlich für die Verlage enorm. - Ergebnis dieser Zeilen:Ob ich dies schreibe, oder in China ein Sack Reis umfällt.... Mit freundlichen Grüßen Berndt Müller