Inklusion: Mögliche Maßnahmen bei Legasthenie
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
integrative bzw. inklusive Bildung ist immer mehr auf dem Vormarsch. Vor allem der Bildungsartikel 24 der Konvention der Vereinten Nationen erweist sich als große Herausforderung für die Bildungspolitik, aber auch für die einzelnen Bildungseinrichtungen. Die UN-Konvention fordert ein „inclusive education system“, wonach die Vertragsstaaten der Konvention sich unter anderem verpflichtet haben, geeignete Maßnahmen zu treffen, um Menschen mit Behinderungen einen angemessenen Lebensstandard und sozialen Schutz zu sichern. Unterstützt werden sollen sie dabei von gemeindenahen Diensten oder auch persönlichen Assistenzen. Das bedeutet auch eine gemeinsame Erziehung und Bildung mit Menschen ohne Behinderung von der Elementarstufe bis zum Ende der schulischen Laufbahn. Die Umsetzung des Übereinkommens durch die Vertragsstaaten wird von einem Vertragsorgan der Vereinten Nationen begleitet, dem UN-Ausschuss zum Schutz der Rechte von Menschen mit Behinderungen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang eine neue Studie der Northwestern University Chicago:
Kinder mit Legasthenie hören in lauten Klassenzimmern schlechter als Gleichaltrige, die nicht daran leiden. Zusätzlich fällt es ihnen bei einem hohen Lärmpegel schwerer, sich angebotene Informationen zu merken.
Für die aktuelle Studie wurden Tests mit 30 Kindern durchgeführt. Die Wissenschaftler erklärten, dass die betroffenen Kinder auch in der Klasse zusätzliche Unterstützung brauchen könnten. Die betroffenen Kinder vor dem Lehrer zu platzieren, könnte laut den Wissenschaftlern bereits helfen. Sie schlagen auch weitere Schritte vor wie die Ausstattung mit Funktechnologien und Lärm dämmenden Kopfhörern. Damit soll erreicht werden, dass die Kinder Informationen besser aufnehmen können.
Neue Studien hatten nahegelegt, dass die betroffenen Kinder Schwierigkeiten haben könnten, Stimmen zu verarbeiten, wenn es zusätzliche Geräuschquellen gibt. Die Wissenschaftler überprüften diese Theorie, indem sie den Kindern ein Video mit Hintergrundgeräuschen zeigten. Gleichzeitig wurden sie ersucht, gehörte Sätze zu wiederholen.
Die aktuelle Studie sei wichtig, um die Schwierigkeiten zu verstehen mit denen diese Kinder zu kämpfen haben, betonte Teamleiterin Nina Kraus. Die Fähigkeit, sich wiederholende Elemente herauszufiltern, sei für das Hören von Sprache entscheidend, da es ein verbessertes Erkennen der Stimmlage ermöglicht. Legasthenie ist eine neurologische Erkrankung die die Lese- und Rechtschreibfähigkeiten beeinträchtigt.
Hier tauchen völlig neue Herausforderungen auf, denen sich bisher nicht alle Bundesländer gestellt haben. Der Sozialverband Deutschland hat dazu eine Deutschlandkarte Inklusion erstellt, die eine deutliche Sprache spricht.
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
Kommentieren Sie jetzt diesen Artikel