Ist das das Ende des klassischen Schulbuchs?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

offensichtlich baut Südkorea seine führende Position im internationalen Bildungsvergleich noch mehr aus, wenn man Presseberichten glauben darf.

Das zuständige Ministerium hat beschlossen, Lehrbücher und Unterrichtsmaterialien aller Schulen, von der Grundschule bis zur Oberstufe als digitale Unterrichtsmittel zur Verfügung zu stellen. Das soll bis 2015 geschehen und beinhaltet auch die Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler mit Tablets und die Einführung von Online-Klassenzimmern. (Quelle: Der Standard)

Schöne, neue Welt? Immerhin ist erstaunlich, welche Schritte scheinbar durchführbar sind, wenn man es im Bildungsbereich wirklich ernst meint. Auch in Deutschland wird darüber fantasiert, dass so, wie es Südkorea für die Gegenwart plant, die Zukunft der Schule in Deutschland einmal aussehen könnte. Womöglich sieht sie einmal so aus. Aber ist es wirklich vorstellbar, dass Handschrift, Hefte und Bücher komplett aus dem schulischen Leben verschwinden? Das wäre meines Erachtens ein verengter Blick auf die Vielschichtigkeit menschlicher Entwicklung. Immerhin hat die weitgehende elektronische Speicherung von Texten nicht zu einem Rückgang des Papierverbrauchs beigetragen.

 

Ihr

 

 

Gernot Herz

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Hans-Bertram, 05.08.2011 09:35:
Das Handschrift und Hefte vollständig verschwinden sollen steht nirgends in dem Artikel, sondern nur, dass die Schulbücher digitalisiert werden sollen. Dies hat meiner Meinung nach diesen Vorteil, dass Schüler mit dem aktuellen Stand des Wissens unterrichtet werden können, da die digitalen Bücher schneller aktualisiert werden können, als die Gedruckten. Des weiteren sind Smart-Boards (R) in einigen Schulen mittlerweile auch schon Stand der Technik. Warum sollten Schüler sich also mit zum Teil veralteten Schulbüchern tot schleppen, während dem Lehrer ein USB-Stick ausreicht, um seinen Unterricht zu präsentieren? Das einzige Problem, das ich zur Zeit sehe, ist dass die digitalen Schulbücher in Deutschland nicht eingeführt werden, weil es zu viel kostet. Süd-Korea investiert 2 Milliarden Dollar (s. Artikel "Der Standard"). Man könnte aber auch Sponsoren suchen, s. hier: "Wie die Zukunft aussehen könnte, zeigt ein Blick in die USA: Für 500 Dollar pro Schüler und Jahr rüstet die Firma Apple derzeit Schulen im Bundesstaat Georgia mit WLAN-Netzwerken, iPads und digitalen Schulbüchern aus." (http://www.focus.de/schule/magazin/archiv/crossmediales-lernen-mein-chemiebuch-lebt_aid_628026.html). Wie heißt es so schön: "Nichts ist unmöglich", man muss es nur tun und es wäre schön, wenn die deutschen Schüler endlich in der Gegenwart ankommen würden.
Ulrich, 05.08.2011 10:49:
Die derzeitigen Schulbücher mit unnütz und übervoll gepackten Übungen und nur ca. 15% wirklichen Lehrinhalts auch noch zu digitalisieren, ist der größte pädagogische Unsinn! Die Schüler lernen überhaupt nichts daraus, weil der "pädagogische" Grundsatz Lernen, lernen nochmals lernen" bereits falsch ist! Die Lehrer müssten so lehren können, dass der Großteil der Schüler es bereits im Unterricht begreifen und dann muss auch nicht mehr soviel geübt werden, denn dann "sitzt" es. Die Lehrer müssen neu lernen und nach dem Grundsatz lehren "Statt lernen zu müssen, einmal richtig begreifen können"! Sie müssen die gelehrte Uni-Pädagogik und besonders Didaktik ablegen, neue Lehrpläne aufstellen, so dass sie von der Grundschule an komplex und sachzusammenhängend logisch die Lehrinhalte vermitteln können und nur so können sie auch von den Schülern begriffen werden. Alles andere, wie derzeit unterrichtet wird, ist Stückwerk und hat keinen Behaltenseffekt!