Stichwörter: Hartz IV, Nachhilfe, Umfrage.

Ist die "Bildungs-Card" der richtige Weg?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Portal TeacherNews zitiert eine Pressemeldung, in der sich  Prof. Dr. Axel Plünnecke zur „Bildungs-Card“ äußert, die momentan von Bundesministerin von der Leyen zur Umsetzung des „Hartz IV-Urteils“ des Bundesverfassungsgerichts geplant wird: Die Bildungs-Card könnte Nachhilfe, Schulmaterial und Mittagessen sowie den Besuch von Musikschulen oder Sportvereinen finanzieren und so an die Stelle von Geldleistungen treten. Die Gutscheinlösung ist auch aus ökonomischer Sicht zu begrüßen, da die Treffsicherheit der öffentlichen Förderung erhöht wird und gleichzeitig Eltern eine größere Wahlfreiheit bei der Auswahl von Förderleistungen haben. Dies bestätigen auch Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Zudem zeigt eine aktuelle Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach, dass eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung dafür ist, zusätzliche Leistungen für Kinder nicht als Geld- sondern als Sachleistungen zur Verfügung zu stellen.

Klar, Geldleistungen können für andere Zwecke missbraucht werden, was bei Sachleistungen schwerer fallen dürfte. Dass die Mehrheit der Bevölkerung in einer Befragung für Sachleistungen ist, kann angesichts des klassischen Hartz IV – Stempels, der auch von den Medien verabreicht wird, noch nachvollzogen werden. Es gibt eben diejenigen, die das System missbrauchen. Wie viele das sind, sei einmal dahingestellt. Es gibt aber auch diejenigen, die das System nicht missbrauchen und unverschuldet in den Hartz IV – Bereich „absinken“ und mit einer solchen Card – bitte nennt sie Karte!!! – bevormundet werden, als könnten sie selbst nicht haushalten. Sicher, die Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft, wonach die „Treffsicherheit“ von Transferleistungen erhöht wird, ist nicht von der Hand zu weisen, aber gleichzeitig von einer größeren „Wahlfreiheit“ für Eltern zu sprechen, leuchtet mir nicht ein. Fakt ist: Mit einer „Bildungs – Card“ wird die Datensammelwut des Staates weiter unterstützt!

Ihr

Gernot Herz

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Michael, 24.08.2010 16:39:
Hallo, als Vater von 3 Kindern, Waldorfschülern und nicht Hartz IV Empfänger, wäre mein Vorschlag ganz einfach. Jeder bekommt diese Karte und schon gibt es keinen unterschied mehr bei der "Bildungsbeschaffung". Zum Kostensparen wäre ja auch eine Karte pro Familie möglich. Ausgegeben via Kindergeldstelle, die sollte ja wissen vieviele Kinder in der Familie sind. Dann haben auch endlich wir Waldorfeltern eine Möglichkeit das Schulgeld zu kompensieren. Dann wäre eine Schulgleichheit wieder hergestellt. Gruß von der Alb Michael Lieder
Martina, 25.08.2010 18:28:
Was spricht denn dagegen, dass die Eltern, die sich "bevormundet" fühlen, die Karte zusätzlich zu den Ausgaben nutzen, die sie sowieso aus eigenem Antrieb tätigen wollten. Das ist doch hohles Gefasel - Bevormundung!