Kompetenzzuwachs für Funktionsstellen erforderlich
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
in Rheinland - Pfalz werden durch die Einführung der Realschule plus zum kommenden Schuljahr eine Reihe neuer Funktionsstellen geschaffen: pädagogische Koordinatorin/ pädagogischer Koordinator an der Realschule plus. Neben den üblichen Kompetenzen wie Fach- und Sachkompetenz, Sozial- und Kommunikationskompetenz sowie Medienkompetenz gehören zum Anforderungsprofil möglicher Bewerber auch die Genderkompetenz. Meine Kolleginnen und Kollegen können sicher weitgehend etwas damit anfangen, aber was wirklich hinter dem Begriff steckt, der in der Ausbildung vor 10 - 15 Jahren keine Rolle spielte, wusste niemand so genau. Was ist denn Genderkompetenz? Sicher, das hat was mit Gleichstellung von Mann und Frau zu tun. Punkt!
Der Internetersthelfer Wikipedia sagt: Genderkompetenz ist als berufliche Schlüsselqualifikation die Fähigkeit, relevante Geschlechteraspekte zu erkennen und gleichstellungsorientiert zu bearbeiten. Genderkompetenz ist Voraussetzung für erfolgreiches Gender Mainstreaming und bezieht sich auf folgende Bereiche:
- Kenntnis und Verständnis der Geschlechterrollen und Geschlechterverhältnisse; Einsicht in deren Veränderbarkeit,
- Kenntnis von Fakten und Zahlen zur Situation von Frauen und Männern sowie der Ansätze der Frauen- und Männerbewegung
- Sensibilität für Diskriminierungsstrukturen
- Kenntnisse der Strategien zur Umsetzung von Gender Mainstreaming
- Fähigkeit der Berücksichtigung und Umsetzung gendersensibler und gendergerechter Ansätze.
Wieder sehr allgemein und nicht wirklich erhellend, aber der erste Gedanke war immerhin richtig. Hilfreicher ist die Seite www.genderundschule.de: Kinder und Jugendliche treffen auf Lehrkräfte, die an sie bestimmte Geschlechtsrollenerwartungen stellen und die in ihrem Frau- oder Mannsein für sie Bezugs- und Identifkationsfiguren sind. Lehrkräfte treffen auf Schülerinnen und Schüler, die als Jungen und Mädchen unterschiedliches Sozialverhalten, unterschiedliche Arten zu lernen und unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen aufweisen. Mädchen treffen auf Jungen und umgekehrt und erwerben in Abgrenzung und Identifikation Geschlechtsrollen und geschlechtsspezifische Muster.Gender wird also im Umgang mit dem gleichen und dem anderen Geschlecht durch soziale Interaktionen gelernt, hergestellt und gestaltet. In der Pubertät erfährt dieser Prozess eine besondere Dynamik, wenn Jungen und Mädchen ihre Geschlechtsrollenidentität entwickeln. Für sie verstärkt sich - vor allem in heterogenen Gruppen - der Druck, sich geschlechtsangemessen, entsprechend der Erwartungen des anderen Geschlechts, zu verhalten. Dies kann zu geschlechterstereotypischen Einengungen führen, die sich auf die Entwicklung von Verhaltensmustern und Interessen auswirken.
Also dürfte die Stelle nichts für ausgemachte Machos oder Emanzen sein. Aber gut, hier wird eine Kompetenz eingefordert, die wie alle anderen unabdingbar ist, um in Führungspositionen - dazu gehören auch normale Lehrer - eine tragende Rolle spielen muss und soll. Schwierig ist nur, dass solche Kompetenzen von den meisten Lehrkräften nicht in der Ausbildung erworben wurden, aber nun vom Dienstherrn eingefordert werden. Schwierig, aber durchaus machbar.
Ihr
Gernot Herz
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