Kritik des Handwerks an Leistungen der Schulabsolventen
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Lesen, Schreiben und Rechnen mangelhaft - das trifft offenbar für immer mehr junge Menschen zu. Nach Expertenschätzungen bringen inzwischen 20 bis 25 Prozent der Schulabgänger nicht mehr die erforderlichen Grundkenntnisse mit, beklagt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH). Klar wird geklappert vor dem anstehenden nächsten Bildungsgipfel mit Kanzlerin Angela Merkel. Diese hat schon Überlegungen angekündigt, wie der Anteil der Bildungsausgaben am BIP gesteigert werden kann. Am besten auf sieben Prozent bis 2015. Der letzte Bildungsgipfel hat sicherlich einige Investitionen angestoßen, aber angesichts der Klagen des Handwerksverbandes darf man bezweifeln, ob die Anstrengungen der letzten Jahre, ausgelöst durch den „PISA – Schock“, wirklich eine Verbesserung der Situation an den Schulen und der Leistungen der Schülerinnen und Schüler gebracht hat
„20 – 25 Prozent“ sollen „nach Expertenschätzungen“ nicht die erforderlichen Grundkenntnisse mitbringen. Stimmen diese „Schätzungen“, wäre das ein Debakel. Viele Kolleginnen und Kollegen beklagen sicher zu Recht, dass es immer schwerer wird, eine Klassenarbeit in Mathematik, den Fremdsprachen oder ein Diktat über dem „Schnitt“ zu halten. Da sind die 20 – 25 Prozent schon drin. Fakt ist, dass Förderung und Differenzierung hier Abhilfe schaffen könnten. Und auch Ganztagsschulen bieten sicher einige Möglichkeiten. Aber der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Hanns-Eberhard Schleyer, hat sicher Recht, wenn er im Interview mit der Braunschweiger Zeitung auch äußert, Bildungspolitik ist ohne Familienpolitik nicht vorstellbar, wir brauchen einen ganzheitlichen Ansatz. Das hat der erste Bildungsgipfel schon bestätigt, aber Länder und Kommunen müssen im vorschulischen Bereich die Vorgaben konsequenter umsetzen. … Wir müssen Kinder in dieser wichtigen Phase in ihren sozialen und kommunikativen Fähigkeiten stärker fördern und fordern. Vor allem aber müssen Kinder bei der Einschulung über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Wir müssen die Berufsorientierung zum Teil des Lehrplans machen. Und Bildungsstandards müssen die Voraussetzung dafür schaffen, dass die Schule Jugendliche ausreichend für den beruflichen Alltag qualifiziert.
Ob aber der aktuelle Bildungsgipfel eine Verbesserung bringt, darf wirklich bezweifelt werden.
Ihr
Gernot Herz
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