Kulturkampf im Bildungssystem

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Deutsche UNESCO-Kommission hat einen Expertenkreis »Inklusive Bildung« gegründet. Er soll die Umsetzung inklusiver Bildung bundesweit durch gemeinsame Initiativen vorantreiben. Der Kreis wird Kompetenz und Erfahrungen, die in der Wissenschaft, Praxis und Politik bereits bestehen, stärker miteinander vernetzen. Inklusion soll allen Kindern eine qualitativ hochwertige Bildung ermöglichen, unabhängig von Lernbedürfnissen, Geschlecht oder Herkunft. Der Sprecherrat des Expertenkreises tagte erstmals am 13. Juli 2010 in Berlin.

Inklusive Bildung ist ein zentrales Anliegen der UNESCO. Es wurde bereits in der Salamanca-Erklärung 1994 festgelegt und 2008 auf der UNESCO-Weltbildungsministerkonferenz erneut bestätigt. Inklusion fordert, dass allen Menschen die gleichen Möglichkeiten offen stehen, an qualitativ hochwertiger Bildung teilzuhaben und ihre Potenziale zu entwickeln – unabhängig von Lernbedürfnissen, Geschlecht und sozio-ökonomischen Vorrausetzungen. Nicht der oder die Lernende muss sich in ein bestehendes System integrieren, sondern das Bildungssystem muss sich an die Bedürfnisse aller Lernenden anpassen.

Allerdings ist inklusive Bildung nicht umstritten, auch wenn in einigen Bundesländern positive Effekte erzielt wurden. Grundsätzlich herrscht die gleiche Scheu vor Inklusion wie vor Integration. Mittlerweile ist ein Kulturkampf ausgebrochen, der die beiden Lager der Inklusion/Integration und der Dreigliedrigkeit ohne Inklusion gegenüber sieht. Vorläufiger Höhepunkt ist die Volksabstimmung in Hamburg über die sechsjährige Primarschule, in der viele den Untergang des Abendlandes sehen. Vielleicht ist der Ansatz der NRW – Minderheitsregierung ein möglicher und erfolgreicher Weg, nämlich „vor Ort“ die Entscheidung fällen zu lassen, welcher Schultyp  bevorzugt wird. Dann triumphiert vielleicht einmal der Pragmatismus über den ideologischen Grabenkämpfe.

 

Ihr

 

Gernot Herz

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Ole, 23.07.2010 09:59:
Sehr geehrter Herr Herz! Ihr Beitrag "Kulturkampf im Bildungssystem" ist eine wenig belustigende journalistische Beobachtung eines der vielen Nebenschauplätze im Bildungswesen. Sie sollten sich weiterhin bemühen, den Kernpunkt der Misere zu finden. Sie waren häufig schon dicht dran. Benutzen Sie weiterhin Ihren gesunden Hausverstand und vergeuden Sie nicht Ihre Zeit mit den Ergüssen von selbsternannten Spezialisten und "wissenschaftlichen" Kaffeesatzlesern. Gehen Sie an die Basis und beobachten Sie die Lehrer bei ihrer tägliche Arbeit. Welch eine Verschwendung von excellenten Ressourcen. Verbesserung kann nur von unten, von den Eltern und Familien gemeinsam mit den Lehrer/innen kommen. Mit freundlichen Grüßen, Ole Bräsig.
Ja, 24.07.2010 23:03:
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