Landkarte der Schulabschlüsse

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es gibt nicht nur PISA, sondern auch den Bildungsmonitor als Erhebung zur Qualität von schulischer Bildung. Im Jahr 2010 lautete eine zusammenfassende Feststellung: Die Studie bescheinigt allen Bundesländern bildungsökonomische Fortschritte. Sie weisen ausnahmslos bessere Bedingungen für die Förderung von Wachstum und Beschäftigung auf als noch im Jahr zuvor. Diese Fortschritte sind aber in den meisten Ländern geringer als in den Vorjahren. Am deutlichsten seit dem ersten Bildungsmonitor im Jahr 2004 haben sich Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Bremen gesteigert. Diese Länder haben in den vergangenen Jahren die Schulqualität stark verbessert und das Ausmaß der Bildungsarmut besonders erfolgreich verringert.

Allerdings fällt hier ein Land auf, das auch in einem anderen Ranking dramatische Ergebnisse aufweist: Mecklenburg-Vorpommern. Auf Spiegel-Online stieß ich auf ein Ranking zur Hauptschulabschlussquote: Rund 7,5 Prozent eines Altersjahrgangs verlassen in Deutschland die Schule ohne Abschluss, in Mecklenburg-Vorpommern sind es 17,9 Prozent! Die drei Regionen mit dem schlechtesten Ergebnis kommen auch aus diesem Bundesland und weisen Anteile von 22,4 bis 24 Prozent aus! Ein Viertel der Schüler bleiben am Ende ihrer Schullaufbahn ohne Hauptschulabschluss? Das kann eigentlich nicht wahr sein. So haben aber auch Bundesländer ihre Problemzonen, die man vielleicht nicht in den „Top Ten“ erwartet hätte: Bayern mit Straubing (22,4) und Kempten (20) sowie Rheinland-Pfalz mit Landau (21,4). Zu den Besten zählen aber insgesamt auch wieder Regionen aus Bayern mit drei „Ausreisern“ aus anderen Bundesländern: Kassel (2,8), Eichsfeld in Thüringen (3,2) und der Rhein-Lahn-Kreis in RLP (3,4). Ansonsten nur blau-weiße Herrlichkeit.

Die Zahlen an der vermeintlichen Spitze der Skala sind aber aufschreckend und Besorgnis erregend. Die entsprechenden Regionen sind offensichtlich nicht in der Lage, ihre Probleme alleine zu lösen, denn mutmaßlich korrespondieren diese Zahlen mit der Arbeitslosenquote und dem BIP. Kann man da den Länderfinanzausgleich wirklich in Frage stellen?

 

Ihr

Gernot Herz

Kommentieren Sie jetzt diesen Artikel

* Pflichtfeld

*

*
*