Laptops in Bruchbuden: Schavan fordert Technik für alle

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Bildungsministerin Annette Schavan hat angeregt, künftig jedem Schüler einen Laptop zur Verfügung stellen. Der tragbare Computer solle als Arbeitsmittel in der Schule eingesetzt werden, damit ein kluger und kritischer Umgang mit Internet und Technik erlernt werden kann. Finanzierungsmodelle dafür müssen laut Schavan noch gefunden werden. Die Ministerin mahnte in einem Artikel des Magazins „Cicero“

  • für die Ausbildung und Weiterbildung der Lehrer müsse mehr Geld aufgebracht werden und
  • auch bei den Pädagogen müsse Leistung belohnt werden.

Wer würde das nicht unterschreiben? Laptops für jeden Schüler wären sicher eine tolle Möglichkeit, im Unterricht nicht nur einen kritischen Umgang zu lernen, wie es gefordert wird, sondern die ganzen Möglichkeiten, die das Internet in Bezug auf Informationen, Unterrichtsmaterialien, Übungen und Simulationen anbietet, unproblematischer für den Unterricht zu nutzen. Allerdings bleibt die Frage, ob angesichts des immensen Sanierungsbedarfs an deutschen Schulen, auch das Konjunkturpaket II wird hier nicht mehr als Kosmetik bieten, „Laptops in Bruchbuden“ der richtige Ansatz sind. Wie manche Schulen, insbesondere in Großstädten  aussehen, würde so manchen Arbeitnehmer, respektive die Gewerkschaften auf die Barrikaden bringen, handelte es sich hierbei um reguläre Arbeitsplätze.

Zur Belohnung der Leistung von Kolleginnen und Kollegen bleibt zu sagen, dass in Rheinland - Pfalz vor einigen Jahren das Modell, am Ende des Schuljahres eine Kollegin oder einen Kollegen einer Schule für besondere Leistungen mit einer Prämie zu belohnen, aus unerfindlichen Gründen nach zwei Jahren eingestellt wurde.

Ihr

 

Gernot Herz

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Detlef, 28.04.2009 10:24:
Leistungskontrolle und entsprechend dem Ergebnis auch eine belobigung oder einen Tadel ist schön und gut. Doch allem voraus muss zwangsläufig auch eine Dienstaufsicht stehen. Ich habe drei Kinder durch ein Schülerleben begleitet. Nicht ein einziges mal haben diese erlebt, dass ein Fach- oder Schulleiter einmal dem Unterricht beigewohnt hätte, geschweige denn jemand von der Aufsichtsbehörde da gewesen wäre. Das war zu meiner Schulzeit in den 1960er Jahren noch ganz anders. Es verging kein Jahr, in dem unser Direktor nicht mindestens einmal am Unterricht jeder Lehrkraft und jeder Klasse teilnahm!! Den Schulrat habe ich mehrmals an unserer Schule erlebt. Fast täglich haben wir unseren Schulleiter auf den Fluren getroffen oder gerochen (er rauchte Zigarre, wenn er die Sauberkeit des Gebäudes, den pünktlichen Unterrichtsbeginn oder ähnliches überprüfte. Als Schülervertreter habe ich erfahren, wie gut er über die Unterrichtsleistungen verschiedenster Lehrkräfte bescheid wusste. All dies kann ich aus der Schulzeit meiner Kinder nicht berichten. Dementsprechend sehen Schulgebäude, Klassenzimmer und Unterrichte aus, das hängt alles irgendwie zusammen. Keiner dieser Schulleiter wäre in der Lage, eine halbwegs objektive Leistungsbeurteilung vorzunehmen und da ungerecht empfundene Leistungsbewertungen destruktiv sind, lässt man es besser gleich bleiben, irgendeine Bewertung vorzunehmen. Ich bin hauptberuflich in der Dozent(inn)enfortbildung der schulischen und außerschulischen Bildung tätig und erlebe über Rüchmeldungen, dass es an anderen Schulen ähnlich aussieht, wie meine Kinder es erlebt haben. Herzliche Grüße Detlef Dechant