Lehrer in Europa im Vergleich

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Das „Europamagazin“ www.cafebabel.com  bietet ein Dossier zum Thema „Europas Lehrer im Vergleich“ an.Die Autoren Jane Mery und Jan Schubert berichten hier über die Bedingungen des Lehrerberufs in den verschiedenen europäischen Staaten. Keine Angst, Finnland wird nicht erwähnt und Deutschland kommt eigentlich ganz gut weg.

  • In Italien ist die Lehrerausbildung ein wahres Geduldsspiel, bei dem die Gefahr der Arbeitslosigkeit kontinuierlich wächst. Der öffentliche „Concours“, über den man als Nachwuchslehrer in die Lehrerlaufbahn eintreten kann, ist schon seit Jahren höchst umstritten. … Im Durchschnitt befinden sich italienische Lehrer 18 Stunden die Woche an der Schule und bekommen am Beginn ihrer Karriere ein Gehalt von rund 20.000 Euro im Jahr.
  • In Polen stellt der Lehrerberuf ohne Zweifel eine Berufung dar, und das aus mehreren Gründen: Das Gehalt an den öffentlichen Schulen ist nicht sehr hoch (Nach Eurydice das zweitniedrigste in Europa im Verhältnis zum BIP). Im Durchschnitt befinden sich polnische Lehrer 18 Stunden die Woche an der Schule. Ihr Gehalt beträgt ca. 5041 Euro jährlich.
  • In Spanien ist der Magister, für den es eines vier bis sechsjährigen Studiums bedarf, die Voraussetzung für den Lehrberuf. Im europäischen Vergleich haben die spanischen Lehrer eine vergleichsweise lange Wochenarbeitszeit. Bei einer 35-Stunden-Woche verbringen sie 25 bis 30 Stunden in der Schule, direkt im Klassenzimmer oder für administrative Aufgaben. Die durchschnittliche Besoldung liegt den Statistiken der OECD zufolge jedoch mit 27.671 Euro im Jahr bei Berufseinsteigern direkt hinter derjenigen der deutschen Lehrer.
  • Frankreich will die Lehrerausbildung komplett umkrempeln und die Studenten sollen nun einen fünfjährigen „Bildungs-Master“ machen. Die französischen Lehrer bekommen zu Beginn ihrer Karriere ein Gehalt von 20.153 Euro pro Jahr und liegen damit auf Platz 13 des weltweiten Rankings der OECD. Bei einer Gesamtarbeitszeit von 35 Stunden müssen sie 13 Stunden Unterricht die Woche.

Und wie sieht es bei uns aus? Sicher, es gibt viel zu große Unterschiede zwischen den einzelnen Schularten was Arbeitsbelastung und Besoldung angeht, aber wenn man ausgebildeter Lehrer ist, braucht man zumindest im Moment keine Angst vor der Arbeitslosigkeit zu haben und hat im Schnitt die folgenden Arbeitsbedingungen, wie der Bericht mitteilt: Ein junger deutscher Lehrer erhält zu Beginn seiner Karriere ein Gehalt von 30.842 Euro pro Jahr und verbringt 17 Stunden die Woche in der Schule (bei einer Wochenarbeitszeit von insgesamt 40 Stunden).

Ihr

 

Gernot Herz

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MANFRED, 21.10.2008 11:16:
Wie bitte? Der Lehrer verbringt 17 Stunden pro Woche in der Schule? Welcher Lehrer ist das denn? Bei 28 Wochenstunden als Grundschullehrer habe ich alleine 21 Zeitstunden, dazu Pausenaufsicht, Konferenzen, Sprechtage usw, usw. Die Recherchen outen sich als äußerst unsolide!
Verena, 21.10.2008 12:04:
Schön, auch so etwas zu lesen. Ich denke, dass ich wirklich mit Leib und Seele Lehrerin bin und wirklich viel arbeite (allerdings weitaus mehr als 17 Stunden pro Woche an der Schule plus Vorbereitung:-))- ohne Frage. Und auch meine Schwester kommt an ihrer Berufschule-/Wirtschaftsgymnasium auf ein MINIMUM von 55 Stunden pro Woche inkl. Vorbereitung. Von Halbtagsjob also sicherlich keine Spur! Dennoch jammern wir alle, wie man sieht, auf ziemlich hohem Niveau. Und das ewige Jammern wertet unseren Beruf in der Gesellschaft nun mal leider nicht auf!
Helmer, 21.10.2008 12:28:
Man nenne mir die Schulart und zeige mir das Bundesland, wo ein Lehrer in Vollzeit nur diese traumhaften 17 Stunden in der Schule verbringt und insgesamt nur 40 Stunden arbeitet. Studie gehört in den MÜLL !!!
Rita, 21.10.2008 12:56:
Irgendetwas mache ich offensichtlich falsch! 17 Stunden pro Woche in der Schule? Das habe ich in 30 Berufsjahren noch nie geschafft. Vielleicht sollte ich meinem Vorgesetzten mitteilen, dass ich spätestens Mittwochs mit meiner Arbeit fertig bin! Auch dann war ich allerdings schon 19 Zeitstunden in der Schule. Die Arbeit von Donnerstag und Freitag sowie Konferenzen, Schüler- und Elterngespräche etc. können die Macher der Studie dann ja übernehmen.
Angela, 21.10.2008 12:57:
Mir ist unklar, wie Sie zu der Information kommen, dass ein Lehrer 17 Stunden in der Woche in der Schule ist. Ich bin Gymnasiallehrerin mit voller Stelle und verbringe daher 27 Stunden in der Schule - je 45 Minuten Unterricht zuzüglich Aufsichten etc. Mit meiner Vor- und Nachbereitung und Korrektur liegt meine wöchentliche Arbeitszeit bei 56 Zeitstunden und ich bin kein Einzelfall. Mit freundlichen Grüßen
Evelin, 21.10.2008 16:35:
Wie kommen Sie denn bei deutschen Lehrern auf 17 Arbeitsstunden??? Den Lehrer möchte ich mal kennenlernen.
Annett, 21.10.2008 17:57:
Na, Glückwunsch den beschriebenen Lehrern! Den Kommentaren entnehme ich, dass ich mit meiner oftmals mehr als 50-Stunden-Woche nicht alleine stehe. Ganz zu schweigen von der nervlichen Belastung aufgrund gigantischer Schülerzahlen (bei mir am Gymnasium jährlich mehr als 400!) Wer einen solchen Artikel schreibt, sollte korrekt recherchieren und Schulen nicht das letzte Mal zu seiner eigenen Schulzeit von innen gesehen haben! Was mir hier noch fehlt, ist das gängige Klischee von "nachmittags frei und ein halbes Jahr Ferien"! Ich frag mich, warum wir mancherorts solch akkuten Lehrermangel haben, wo es uns doch so gut geht.
Helmut, 21.10.2008 19:25:
Wenn der Rest der Newsletter, die ich seit einigen Tagen bekomme, genau so gut recherchiert ist wie dieser Artikel kann ich sie wohl gleich wieder abbestellen. Wie soll in der Öffentlichkeit ein besseres Bild unseres Berufsstandes entstehen, wenn solche Artikel schon aus den eigenen Reihen kommen ?
Manuela, 21.10.2008 19:31:
Von 17 Stunden kann ich nur träumen. Ich bin seit 10 Jahren im Schuldienst, unterrichte 26 Stunden (Berufsschule, Berufsfachschule, Abitur -De/En) und habe 5 sogenannte Freistunden. Mit Vorbereitung und Korrektur sind 55 Stunden Wochenarbeitszeit geschmeichelt.
Hellfried, 22.10.2008 10:31:
Ich hätte gern mal erfahren, wo die Macher der Studie die 17 Stunden im Durchschnitt hernehmen. Das heißt ja, dasses Lehrer gibt, die weniger als 17 Stunden in der Schule sind. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen!