Leistung belohnen: Mehr Geld oder weniger Arbeit?
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
immer wieder wird eine Besoldung nach Leistung im Schulwesen diskutiert. Umgesetzt wird das beispielsweise in Sachsen, wo im Jahr 2006 3.700 betroffene Lehrer/innen (und damit: 10% aller Lehrer/innen in Sachsen!) zwischen 1350 und 1800 Euro erhielten. Das ist wirklich ordentlich - ein dreizehntes Monatsgehalt (wenn man davon ausgeht, dass die Prämienzahlung steuerfrei erfolgt). Die Entscheidung über die Zuteilung wurde von den Schulleitungen getroffen.
Ein anderer Weg wird in Österreich gegangen, wo nicht nach Leistung bezahlt aber öffentlich anerkannt wird, was Lehrerinnen und Lehrer leisten: Die Industriellenvereinigung (IV) engagiert sich seit Jahren intensiv im Bildungsbereich. Geänderte wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen verlangen demnach eine umfassende Neugestaltung des österreichischen Schulwesens. Das IV-Programm „Schule 2020" formuliert die wichtige Rolle, die Pädagoginnen und Pädagogen in diesem Reformprozess einnehmen: Sie bereiten unsere Jugend und Nachwuchskräfte auf das spätere Leben und die spätere Berufs- und Arbeitswelt vor.
Als Beitrag der "IV" zur Umsetzung von „Schule 2020" wurde im Jahr 2008 der IV-Teacher's Award ins Leben gerufen. Diese Auszeichnung soll jährlich an jene Pädagoginnen und Pädagogen verliehen werden, die in ihrem Beruf Außergewöhnliches leisten. Als Architekten der Zukunft gestalten sie die Zukunft der Schule wesentlich mit.
Im Rahmen des Wettbewerbes werden Preise in den Kategorien Grundstufe (Volksschule, Sonderschule), Sekundarstufe I (HS, KMS, NMS, AHS-Unterstufe) und Sekundarstufe II (BMHS, Polytechnische Schule, BS, AHS-Oberstufe) sowie ein schulstufen- und schulartenunabhängiger Sonderpreis im Bereich Kreativität, Innovation und Technologie (KIT) vergeben. Die Preisverleihung erfolgte am 6.5.09 in Wien.
Ob das ein Weg ist, anders als über fragwürdige „Rankings“ wie im „Schulradar, Leistung hervor zu heben und damit zu belohnen, sei einmal dahingestellt. Aktuell tritt beispielsweise die GEW bei den Personalratswahlen in Rheinland - Pfalz mit der Forderung an, Kolleginnen und Kollegen, die sich um die Betreuung von Studenten während der Praktika in der Schule kümmern, angemessen mit Ermäßigungsstunden zu belohnen. Ich denke, das ist ein Weg, Mehrarbeit, die offensichtlich ist, zu würdigen. Es muss nicht immer mehr Geld sein, denn auch Entlastung ist ein Leistungslohn!
Ihr
Gernot Herz
Ähnliche
- Musikalische Grundfertigkeiten online trainieren
- Videotutorials und Lehrfilme für den Unterricht erstellen
- Unterrichtsinhalte online präsentieren mit der eigenen Lehrer- oder Klassen-Homepage
- Schummeleien aufgedeckt: Hausaufgaben-Portale im Überblick
- Mit E-Portfolios Lernprozesse dokumentieren, reflektieren und präsentieren
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
Kommentieren Sie jetzt diesen Artikel