Leistung muss sich lohnen - auch im Lehrberuf?
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Leistung und Engagement sollen sich lohnen, auch und gerade an den Schulen in Deutschland. Denn die Tätigkeit als Lehrer ist eine herausfordernde und verantwortungsvolle Aufgabe. Sie steht im Dienste des Wohlergehens des einzelnen Schülers, aber auch letztlich der gesamten Gesellschaft, weil der Bildungserfolg Lebens- und Erwerbschancen eröffnet. Diese Bedeutung muss sich auch in der Besoldung bzw. Vergütung der Lehrkräfte widerspiegeln. Die gegenwärtige Praxis wird dem jedoch nicht gerecht. Dies gilt weniger für die Höhe der Lehrerentgelte, denn diese sind im internationalen Vergleich sogar relativ hoch. Es ist vielmehr die Struktur der Besoldung bzw. Vergütung, die auf Seite der Lehrkräfte – international unüblich – keine Anreize für besonderes oder überdurchschnittliches Engagement, hohe Verantwortungsbereitschaft oder Kompetenzbildung setzt und sehr gute Leistungen belohnt.
So lautet das Fazit des im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) von Bildungsforschern des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) errechneten leistungsorientierten Besoldungsmodells, das vorsieht, dass das Senioritätsprinzip, nach dem die Gehälter mit den Dienstjahren steigen, eingefroren wird. Pro verbeamteten Lehrer stehen dann jährlich 4.000 Euro für Zuschüsse und Prämien zur Verfügung. Das IW-Modell sieht 12 unterschiedliche Zulagen und Prämien vor. So sollen Direktionen und Lehrer Zielvereinbarungen mit entsprechenden Prämienausschüttungen vereinbaren.
Zulagen fließen beispielsweise an Lehrer, die bereit sind, an Problemschulen oder in benachteiligten Regionen zu unterrichten. Die Schlechterstellung von Hauptschullehrern fällt weg. Auch korrekturintensive Fächer wie beispielsweise Fremdsprachen oder Deutsch sollen entsprechend stärker belohnt werden. Zulagen erhalten zudem Klassen- und AG-Leiter sowie Lehrer, die sonstige Führungsfunktionen übernehmen oder in Abschlussklassen unterrichten. Gefördert werden auch Fächer, in denen Lehrer fehlen, wie beispielsweise Physik. Eine Umfrage von Forsa hat immerhin 80 Prozent Zustimmung unter der Lehrerschaft herausgefunden.
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
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