Stichwörter: Tarifrunde, Besoldung, Gehälter.

Lohnerhöhung und zerplatzte Träume

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die jüngsten Tariferhöhungen bringen eine Lohnerhöhung für die Lehrerinnen und Lehrer. Wer hätte angesichts der unbestreitbar knappen Kassen überhaupt mit einer Erhöhung gerechnet? Allerdings muss man auch anmerken, dass man diejenigen Landesfinanzminister, die angesichts der Kenntnis bevorstehender Tarifgespräche nicht eine Gehaltserhöhung im Etatentwurf – egal in welcher Höhe – einkalkuliert haben, für fahrlässig halten. Zum Glück sind wir noch nicht dort angelangt, wo andere (wohlhabende) Staaten schon sind: bei Lohnkürzungen.

Nicht außer acht darf man aber lassen, dass von Lohngerechtigkeit noch nicht die Rede sein kann. Darauf weist auch der VBE – Bundesverband in Person seines Bundesvorsitzenden Udo Beckmann hin: Der Einstieg in eine tarifliche Eingruppierung der tarifbeschäftigten Kolleginnen und Kollegen ist nicht gelöst und bleibt für den VBE weiterhin ganz oben auf der Agenda. Die bisherige Praxis, Lehrkräfte nach Gutsherrenart auszuzahlen, gehört in die Mülltonne der Geschichte. Um das zu ändern, sind in den vergangenen Tagen Zehntausende Lehrkräfte auf die Straße gegangen und haben Druck gemacht. Die Lehrerinnen und Lehrer sind mit Abstand die größte Gruppe gewesen, die für die Forderungen in den Warnstreik getreten sind...In unserem Beruf brauchen wir die Besten der Besten. Ob wir sie bekommen, hängt von der gesellschaftlichen Wertschätzung unserer Arbeit ab und von der finanziellen Attraktivität im Vergleich zu anderen Berufen.

Recht hat er, aber auf gerechte Einruppierungen werden die Kolleginnen und Kollegen und mit ihnen der VBE leider vergeblich warten.

Ihr

  

Gernot Herz

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Ole, 18.03.2011 09:21:
Hat er wirklich Recht, oder arbeiten wir noch nicht am wirklichen Problem? Ein Imker beurteilt seinen Bienenstock nicht nach der Flugleistung seiner Bienen, sondern nach dem Honigertrag! Wie aber misst man die Arbeitsleistung der Lehrpersonen? Nach Qualifikation? Nach Umfang der wöchentlichen objektiv geleisteten Arbeitszeit von 40 bis 85 Stunden? Nach statistischer Höhe der durch das Burn-out-Symdrom betroffenen Kollegen (35% bis 40%)? Nach Menge der Schulabgänger ohne Abschluss (Spitze 25%)? Nach Menge der Studenten, die aufgeben müssen oder keinen Abschluss schaffen (1/4)? Nach Menge der Schulabgänger, die nicht ausbildungsfähig sind (50%)? Nach …? Wissenschaftlich macht man dies ganz simpel mit einer Arbeitsanalyse mit anschließender Arbeitssynthese. Interessierte können sich im Internet zur Problematik weiter schlau machen! Ich möchte bewusst keine Lösungen anbieten. Besserwisserei würgt jeden Fortschritt ab. Eines ist ganz sicher, die Lehrpersonen sind mit ihrer guten Ausbildung und den strengen Auswahlkriterien der Arbeitgeber nicht am schlechten Image und den schlechten Ergebnissen des Bildungssystems schuld. Unternehmen werden durch schlechte Entscheidungen, fehlende und falsche Führung des Führungspersonals der Konzerne in den Ruin geführt. Mit Bürokratie lässt sich ein Unternehmen, und das gilt auch für die Ministerialbürokratie der Bildungsministerien, nicht mehr führen. Es sei denn auf Gutsherrenart. Lasst die Lehrpersonen wie alle Berufsgruppen selbstständig ihre Arbeit machen. Sie sind dafür ausgebildet und sie können es. Viele Privatschulen haben diesen Beweis seit Jahrzehnten erbracht.