Stichwörter: Lehramtsstudium, Gymnasium, EU.

Mangelhafte Mathekenntnisse unter Studierenden

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ein interessantes Interview las ich vergangenes Wochenende in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Jürg Kramer, einer der Sprecher der „Berlin Mathematical School“ äußerte sich hier zu den mathematischen Kenntnissen, die Schulabgänger mitbringen. Dabei ging er meines Erachtens gar nicht so sehr auf die Frage der Interviewerin ein, wonach die Kenntnisse durch das Turbo-Abitur schlechter würden. Dazu meinte er lapidar, ein Abiturient, der Probleme in Bruchrechnung habe, hole dies in höchstens zwei Tagen auf. Das Hauptproblem sehe er eher in der Selbstreflexion der Schülerinnen und Schüler, was ihre Defizite angeht.

Außerdem stellte er indirekt die ausreichende Qualifikation der Fachlehrinnen und –lehrer in Frage, denn in der Schweiz, wo Herr Kramer herstammt, und in Frankreich gäbe es als Gymnasiallehrer nur „Ein-Fach-Lehrer und seines Wissens gebe es darüber eine EU-Richtlinie, die Deutschland mit einer Ausnahmegenehmigung umgeht. Da war ich doch einigermaßen erstaunt. Sicher studieren Lehramtsstudenten vor allem ein Fach, das ihnen besonders liegt und oft genug sicher das zweite als Kompromiss-Fach. In einem Fach besonders gut und intensiv ausgebildet zu sein, hilft sicher im Hinblick auf die Möglichkeiten, dieses Fach auch entsprechend zu unterrichten. Allerdings würde dadurch ein ganzes System in seinen Grundfesten erschüttert, bis hin zur Lehrerversorgung! Also undenkbar!

Die angebliche EU-Richtlinie habe ich übrigens nicht gefunden! Vielleicht kennen Sie ja diese Richtlinie!?

 

Ihr

 

 

Gernot Herz

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Ulrich, 08.04.2011 18:40:
Herr Jürg Kramer hat vollkommen Recht, dass die Lehrer mangelnd ausgebildet sind, aber auf eine ganz andere Art und Weise! Die Wissenschaftliche Pädagogik/ Didaktik taugt nicht dazu, die lehrer zu befähigen, den schülern den Lehrstoff ricghtig beibringen zu können. Diese müssen zuviel lernen und begreifen doch nichts! Es gibt bereits nach den lehrplänen und in den Lehrerwissenschaften keine logisch aufbauenden und sachzusammenhängend komplexe Didaktik! Nur diese würde den Schülern ermöglichen, alles viel schneller begreifen zu können! Wann fangen Uni-Professoren endlich an, logisch sachzusammenhängende Denkweisen den Lehreraspiranten zu vermitteln, da müssten sie ja selber logisch denken können!