Mangelhafte Mathekenntnisse unter Studierenden
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ein interessantes Interview las ich vergangenes Wochenende in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Jürg Kramer, einer der Sprecher der „Berlin Mathematical School“ äußerte sich hier zu den mathematischen Kenntnissen, die Schulabgänger mitbringen. Dabei ging er meines Erachtens gar nicht so sehr auf die Frage der Interviewerin ein, wonach die Kenntnisse durch das Turbo-Abitur schlechter würden. Dazu meinte er lapidar, ein Abiturient, der Probleme in Bruchrechnung habe, hole dies in höchstens zwei Tagen auf. Das Hauptproblem sehe er eher in der Selbstreflexion der Schülerinnen und Schüler, was ihre Defizite angeht.
Außerdem stellte er indirekt die ausreichende Qualifikation der Fachlehrinnen und –lehrer in Frage, denn in der Schweiz, wo Herr Kramer herstammt, und in Frankreich gäbe es als Gymnasiallehrer nur „Ein-Fach-Lehrer und seines Wissens gebe es darüber eine EU-Richtlinie, die Deutschland mit einer Ausnahmegenehmigung umgeht. Da war ich doch einigermaßen erstaunt. Sicher studieren Lehramtsstudenten vor allem ein Fach, das ihnen besonders liegt und oft genug sicher das zweite als Kompromiss-Fach. In einem Fach besonders gut und intensiv ausgebildet zu sein, hilft sicher im Hinblick auf die Möglichkeiten, dieses Fach auch entsprechend zu unterrichten. Allerdings würde dadurch ein ganzes System in seinen Grundfesten erschüttert, bis hin zur Lehrerversorgung! Also undenkbar!
Die angebliche EU-Richtlinie habe ich übrigens nicht gefunden! Vielleicht kennen Sie ja diese Richtlinie!?
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
Kommentieren Sie jetzt diesen Artikel