Mehr Sport in der Schule: Zweiter Deutscher Kinder- und Jugendsportbericht

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Wissenschaftler fordern im aktuellen (zweiten) "Deutschen Kinder- und Jugendsportbericht“ mehr Bewegung und Sport für Kinder – Die Studie befasst sich im Schwerpunkt mit der Bedeutung des Sports für Kinder bis etwa zum zwölften Lebensjahr.

Berthold Beitz, der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, überreichte den Bericht an den für Sport zuständigen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und den Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, Michael Vesper. Vor zahlreichen Vertretern aus der Politik, Universitäten, Forschungseinrichtungen, Verbänden und Sportinstitutionen bekräftigte er, die Stiftung wolle dazu beitragen, dass Politik, Gesellschaft und Sportverbände der Förderung des Kindersports einen höheren Stellenwert geben als bisher.

Insgesamt 24 Autoren – Sportwissenschaftler und Pädagogen, Sportsoziologen, Sportmediziner und Ernährungswissenschaftler – haben für diesen Bericht die Effekte untersucht, die Bewegung und Sport auf die sprachliche, soziale und schulische Entwicklung, die gesellschaftliche Integration und die körperliche Entwicklung von Kindern haben können.

Sport und Bewegung seien fester Bestandteil der Lebenswelt nahezu aller Kinder und böten daher wie kaum ein anderer Bereich die Möglichkeit, positiv auf ihre Entwicklung einzuwirken. Sport und bewegungsorientierter Unterricht bereits in der frühkindlichen Erziehung und in der Grundschule, so zeige es die Forschung, unterstützten in vielfältiger Weise die sprachliche, intellektuelle und körperliche Entwicklung von Kindern. Sie leisteten zudem einen wichtigen Beitrag, soziale Schranken zu überwinden und die Integration benachteiligter Kinder abzubauen, stellten die Herausgeber der Studie fest.

Die wichtigsten Forderungen lauten:

  • flächendeckende Einrichtung von Bewegungskindergärten und Einführung des Pflichtfaches „Bewegung“ in die Ausbildung von Erzieherinnen
  • flächendeckende Einrichtung der „Bewegten Grundschule“
  • Sportunterricht in der Grundschule nur durch Fachlehrkräfte
  • Abkehr von der frühen sportartspezifischen Spezialisierung und der frühen Kader-Auslese
  • Entwicklung eines Basis-Lehrplans für alle Sportfachverbände im Sinne einer umfassenden motorischen Förderung von Kindern.

Sicher ist es jedem, ob Eltern, Lehrer oder Schüler schon aufgefallen, dass der Sportunterricht häufig anderen Fächern bzw. den Zwängen der Stundenplangestaltung zum Opfer fällt. Ob allerdings die Schule hier eine hervorragende Rolle spielen muss, scheint vor dem Hintergrund des Ausbaus von Ganztagsschulen unumgänglich zu sein, denn die Zeit, die Kinder dann mehr in der Schule verbringen, fehlt logischerweise für die Betätigung im Sportverein.

Ihr

 

Gernot Herz

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Paul, 15.11.2008 15:39:
Sportliche Betätigung kommt in der Tat viel zu knapp an deutschen Schulen. Deshalb denke ich nicht, dass es falsch ist, mehr Stunden in den Unterrichtsplan der Schüler einzubauen, weil dann die Zeit fehlen würde, sich auch noch in einem Verein zu betätigen. Dieses Problem seh ich nicht. Wenn es einfach 2-3 Stunden mehr Sport in der Woche und einen etwas sinnvolleren Unterricht gäbe, fehlt einem doch nicht auf einmal so viel Zeit, dass man nun auf außerschulischen Sport verzichten müsste!