Mobbing ist Alltag - auch an Ihrer Schule?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

eine Lehrerin spricht vor der Klasse abwertend über eine Schülerin, weil sie nicht mitkommt oder immer wieder krank ist oder die Mitschüler tuscheln, kichern oder lassen beleidigende Bemerkungen fallen, wenn ein bestimmter Schüler sich zu Wort meldet. Mädchen hänseln in einer 7. Klasse eine ausländische Mitschülerin wegen ihres Aussehens und ihrer schlechten Sprache. Jungen einer 4. Klasse lauern einem schüchternen, etwas schmächtigen Mitschüler auf dem Schulweg auf und erpressen von ihm Geld oder Klamotten. Eine Mutter wird auf Elternversammlungen mit spöttischen Blicken von anderen Eltern und der Lehrerin ausgegrenzt. Lehrerkollegen drehen sich im Lehrerzimmer weg und hören auf zu reden, wenn eine bestimmte Kollegin hereinkommt.

Schon mal so oder so ähnlich erlebt? Das ist Mobbing!

Mobbing ist eine Form offener und/oder subtiler Gewalt gegen Personen über längere Zeit mit dem Ziel der sozialen Ausgrenzung. Es kann sich dabei um verbale und/oder physische Gewalt handeln. Mobbing unter Schülern bezeichnet alle böswilligen Handlungen, die kein anderes Ziel haben, als eine Mitschülerin oder einen Mitschüler fertig zu machen. Dazu gehören

  • als direktes Mobbing: Hänseln, Drohen, Abwerten, Beschimpfen, Herabsetzen, Bloßstellen, Schikanieren
  • als indirektes Mobbing: Ausgrenzen, Ruf schädigen, „Kaltstellen" durch das Vorenthalten von Informationen und Beschädigen von Eigentum der gemobbten Person u.ä.

So definieren es die Macher der Seite www.familienhandbuch.de. Das ist nichts Neues, aber alltäglich und wahrscheinlich eher zu- als abnehmend. Was wird dagegen getan? Sind Eltern, Schüler oder Lehrer bzw. deren Vertretungen an Ihrer Schule dagegen aktiv? Ergebnisse einer Umfrage unter Schülern, Eltern und Lehrern finden Sie auf der Seite http://mobbing.seitenstark.de.

Ihr

  

Gernot Herz

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Günter, 10.02.2009 15:31:
Und was ist mit Mobbing unter Lehrern? Schon mal davon gehört?
Claudia, 10.02.2009 19:11:
Hallo, tja wo gibt's eigentlich kein Mobbing? Und hat nicht jeder schon einmal jemanden geneckt? Wer glaubt, das komme nur im Bezug auf Schüler vor, geht nur wenig achtsam durch die Welt. Leider scheint es heute besonders schick und fein zu sein sich an Mobbing zu beteiligen! Aber wehe, da kommt jemand, der mir auf die Füße tritt, dann beginnt das große Wehklagen. Manager bekommen sogar Seminare, in denen sie lernen ihre Mitarbeiter fertig zu machen. Diese Grausamkeiten sind die Folge von übersteigerter Selbstüberschätzung resultierend aus maßloser Dummheit und Machtgier sowie einem übergroßem Mangel an Herzenswärme. Leider gibt es unzählige Fälle auch unter Lehrerkollegen selbst oder von Schulleitungen ausgehend. Ich war schon selbst betroffen und erlebe in meinem Umfeld immer wieder schlimme Fälle, die dann kommentiert werden durch Bemerkungen wie diese:"Haste nicht schon mal selbst überlegt, warum dir das immer passiert? Bist du nicht selbst dran schuld?" Sicher jeder hat irgendwas, was nicht in die Norm passt - aber wer setzt diese Normen? Fürs Papier ist 'ne DIN sicherlich ok, aber jeder Mensch hat doch ein Recht auf seine Besonderheiten! Im Rheinland sagt man dazu auch "Jeder Jeck ist anders!" Nur, wer nicht in die Norm passt muss eben passend gemacht werden. Traurig, dass die Gesellschaft so erbärmlich ist. Bloß in der Geschichte der Menschheit gab's so etwas ja schon immer. Aber muss es dann so bleiben? Ich glaube, wir alle haben es in der Hand die Mobbinggeschichten von heute umzuschreiben.
Peter, 11.02.2009 18:12:
Mobbing ist ein Ausdruck der Hackordnung, folglich ein Naturgesetz. Der Starke bestimmt und der Schwache hat sich zu fügen, so kenne ich den Alltag seit 60 Jahren in der Schule und im Beruf. Das ist unschön bis unerträglich für den Betroffenen, jedoch in einer Konkurrenzgesellschaft normal. In Korsika, in Sizilien und auf dem Balkan verlor/verliert der Schwächere sein Leben, einst bis zu 30 000 Menschen pro Jahr allein in Korsika, heute gibt es keine verlässlichen Zahlen dazu. In unser Kultur überlebt man Mobbing und beklagt die Stärkeren. Rangordnungskämpfe sind in der Natur normal, so auch bei Menschen; neu ist das Wehklagen darüber und der Begriff: Mobbing. Weicheier und Softies, Benachteiligte und Schwache fordern Rücksichtnahme, aber wer bietet sich als Beschützer an; der Einsichtige, der Sozialarbeiter oder die Internet-Plattform? Es ist gut, sich als Schüler bereits rechtzeitig an die Regeln des realen Lebens zu gewöhnen. Früher sagte man, das formt fürs Leben. Heute scheint man Begleitschutz und Rücksichtnahme in allen Lebenslagen zu fordern. Heute ist es modern geworden, seinen Frust, sein Leiden und seine Schwäche öffentlich zu machen und auf Mitleid zu bauen. Kommt man mit seinem Umfeld und mit Vorgesetzten nicht zurecht, fühlt man sich oft auch gemobbt. Das Leben formt nicht nur Sieger, sondern überwiegend Verlierer, das liegt nicht am Mobbing! Wer gut aussieht, hat es leichter. Wer nicht gefällt, hat es schwer. Wer schwächelt, wird gehackt. Wer reich ist, wird reicher. Wer Hilfe sucht, ist bereits Verlierer. Wer der richtigen Partei angehört, macht Karriere; wer der falschen Gruppe angehört, ist Verfolgter, so war`s bei mir. Man muss lernen, die Regel zu begreifen und sich seinem Schicksal zu ergeben. Das Leben ist das Praxisfeld. Reicht es, einem Schwachen nur den Rücken zu stärken? Wer macht ihn stark für das echte Leben? Wer für Mobbing anfällig ist, wird nie ein Alpha-Typ.
Michael, 11.02.2009 20:46:
Das ach so böse Wort mit "M" wird in vielen Schulen totgeschwiegen. Und die Schulleitung deckt die Vorgänge. Da wird ein 6-jähriges Kind vor der komplett versammelten Grundschule von seiner Lehrerin auf das Übelste angeschrien und beschimpft und die Schulleiterin sagt: "Der braucht das so!" Da müssen Kinder, die sich nicht schnell genug umziehen, sich im dunklen Geräteraum der Turnhalle umziehen. Da werden Schüler in Abfallkübel geworfen und der Aufsichtslehrer schaut weg. Da darf eine Lehrerin in ihrer Schule nicht mehr unterrichten weil sie sich gewagt hat ihren Burnout stationär behandeln zu lassen. Und das sind nur wenige Mobbing-Beispiele die an Schulen tagtäglich anzutreffen sind. Und vielzuwenige Eltern, Schüler und Lehrer trauen sich diese Sachen öffentlich zu machen. AUS ANGST