Nach den Ferien ist alles weg!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Sind Ferien sozial ungerecht?“ titelte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am 12.10.08. Das Berliner Max – Planck – Institut für Bildungsforschung hat eine Studie zum „saisonalen Lernen“ veröffentlicht, in der untersucht wurde, inwiefern Schülerinnen und Schüler während der Ferien verlernen und welche Bedeutung hierbei das Elternhaus bildet.

Die Forscher fanden hierbei heraus, dass sich das Verlernen ebenso wie das Lernen in Elternhäusern mit Migrationshintergrund von einheimischen Milieus unterscheidet. Ebenso ist dieser Zusammenhang bei Kindern aus sozial schwächeren Familien auffällig. Untersuchungsgegenstand war in dieser Studie die Leseleistung, die bei den Probanden vor und nach den Sommerferien getestet wurde.

Folgende Feststellungen machten die Forscher (Michael Becker u.a. „Lernen ohne Schule: Differenzielle Entwicklung der Leseleistungen von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund während der Sommerferien“, Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Sonderhaft 48, 2008)

  • Die schwächer werdende Leseleistung bei Migrantenkindern lässt sich nicht auf die sozialen Verhältnisse des Elternhauses zurückführen
  • Es spielt keine Rolle, ob in den Migrantenfamilien Deutsch gesprochen wird oder nicht.
  • Es konnte kein Zusammenhang mit dem Fernseh- oder Computerkonsum festgestellt werden.
  • Kinder, die mit ihren Eltern im Ausland in Urlaub waren, zeigen bessere Leistungen.

Gründe für diese Erkenntnisse werden wohl nicht genannt, aber aus den Ergebnissen werden findige Bildungspolitiker mit Sicherheit einige Konsequenzen ziehen können, wie die Abschaffung bzw. Verkürzung der Ferienzeit und/oder eine durchgehende Betreuung von Kindern in der Ferienzeit im Rahmen des Ausbaus der Ganztagsschulen. Man darf gespannt sein.

Ihr

Gernot Herz

Kommentieren Sie jetzt diesen Artikel

* Pflichtfeld

*

*
*
Corina, 21.04.2009 10:56:
Eine Ganztagsschule halte ich für etwas übertrieben. Was ist mit den Lehrern? Auch Lehrer haben Familie und ein Zuhause. Man müsste mehr Lehrer einstellen. Ein Punkt den ich befürworte. Aber auch ein Kind benötigt den Umgang mit der Familie, sei es nur beim Einkauf zu Helfen. All die Kleinigkeiten muss auch ein Kind lernen mit um zu gehen. Wir brauchen nicht nur Fachidioten, wir brauchen Menschen die in allen Situationen fest auf beiden Beinen stehen. Was die länge der Ferien betrifft, so sehe ich eigentlich nur das Problem in den Sommerferien. Sie sind meiner Meinung wirklich zu lang. Alle anderen Ferien sind in Ordnung. Jeder von uns benötigt einen Auszeit. Wenn man die Sommerferien aufteilt, jeweils 14 Tage, danach 4 Wochen Schule und danach wieder 14 Tage frei, und das im Wechsel, auf das ganze Jahr verteilt, dann könnte der G8 Zug auch Früchte tragen. Man hat freizeit, kann eventuell etwas nachlernen, und eine Pause. Der Stoff kann gefestigt werden im Zusammenhang mit Freizeit. das Problem des Vergessens wäre damit auch aus der Welt geschafft und allen damit geholfen. m.f.g. Frau Fuchs
Franz Josef Neffe, 16.10.2011 19:55:
Nach den Ferien ist mitnichten alles weg. Es ist nur IM UNBEWUSSTEN und mit diesem UNBEWUSSTEN kann die Pädagogik immer noch überhaupt nicht umgehen. Dann spielen wir immer wissenschschaftliche Untrersuchung der Probleme und können danach noch gescheiter daherreden und noch weniger Probleme lösen. Für mich als Ich-kann-Schule-Lehrer ist das UNBEWUSSTE die entscheidende Instanz: Genau dort liegen alle Talente, die wir mit unserer rüden DRUCK-"Pädagogik" früh vergrault und in die Fluicht geschlagen haben. Sie warten auf Wiedergutmachung und einen menschenwürdigen Umgang. Sioe sind die CHEFKRÄFTE, ohne die gar nichts geht. Und wir springen mit ihnen immer noch so um, wie man das vor Jahrhunderten mit Leibeigenen machte. Wer würde sich trauen, das mit seinem CHEF zu machen, was er mit den CHEFkräften eines in der Schule gescheiterten Kindes täglich macht? Wenn wir nur exakt untersuchen, dann finden wir überall da WACHSTUM, wo der plumpe DRUCK der Schule druch SOG ersetzt wurde. In der neuen Ich-kann-Schule gilt das SOG-Prinzip. Druck komprimiert Problem + Menschen - das ist das exakte Gegenteil von Lösung - SOG LÖST. Ich grüße freundlich. Franz Josef Neffe