Neues zur Bildungseinstellung Jugendlicher
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Spiegel online berichtet über eine Studie der Bildungsforscher Carsten Rohlfs und Christian Palentien in Zusammenarbeit mit dem Berliner Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen und dem Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in der 1689 Schüler zu ihrer Einstellung zur Schule befragt wurden.
Demnach gibt es 5 Einstellungstypen, geordnet nach der Häufigkeit ihres Auftretens:
Die pragmatisch Leistungsorientierten (60 Prozent der Schüler): Die Schüler haben eine positive Einstellung zu Bildung und Schule und sind maßgeblich geprägt von der Einsicht in den hohen Stellenwert von Leistung und einem guten Abschluss, weniger von Begeisterung für oder Freude am Unterricht. Die Mehrheit stellen Mädchen und Jugendliche ohne Migrationshintergrund.
Die unzufrieden Gelangweilten (13 Prozent): Auch für die Schüler dieser Gruppe hat ein guter Abschluss einen recht hohen Stellenwert. Ihre Lernfreude ist aber sehr gering, sie fühlen sich an der Schule unwohl, haben häufiger Angst vor ihr und langweilen sich oft. Jungen und Jugendliche ohne Migrationshintergrund stellen die Mehrheit.
Die intrinsisch motiviert Bildungsbegeisterten (12 Prozent):Die Einstellung dieser Jugendlichen zur Schule wird geprägt vom hohen Stellenwert der Bildung, durch Lernfreude, Spaß und Interesse. Insofern haben sie die günstigsten Voraussetzungen aller Schüler. In der Mehrheit sind Einwandererkinder und Mädchen.
Die extrinsisch motiviert Angepassten (9 Prozent):Die Schüler passen sich den Erwartungen an sie an: Sie wissen, wie wichtig ein guter Abschluss ist, haben aber vergleichsweise schlechte Noten. Sie geben an, dass der Druck durch die Erwartungen der Eltern hoch sei, während die Erwartungen tatsächlich jedoch vergleichsweise gering sind.
Die desinteressiert Frustrierten (6 Prozent): Die Schüler zeigen eine resignierte und frustrierte Einstellung zu Bildung und Schule. Die Forscher haben bei diesen Jugendlichen festgestellt, dass sie sich vom Gesamtsystem Schule distanzieren, möglicherweise auch, um sich angesichts ihres geringen Erfolgs vor Enttäuschungen und Blamagen zu schützen. In der Mehrheit sind Jungen und Jugendliche ohne Migrationshintergrund.
Ist es Ihnen auch aufgefallen? Jugendliche mit Migrationshintergrund scheinen anders zu ticken als „deutsche“. Nicht so pragmatisch wie die Mehrheit aller Jugendlichen, aber dafür umso mehr intrinsisch motiviert und nicht so frustriert oder gelangweilt. Und das, obwohl ihre Zukunftsperspektiven insgesamt schlechter sind! Hier tut sich ein Potential auf, das auf die richtige Art und Weise genutzt werden sollte. Gebt diese Kinder nicht verloren und lasst nicht nach mit euren Bemühungen, will man den Bildungspolitikern zurufen. Das bedeutet allerdings wie überall: Wer mehr Integration will, muss auch mehr Unterstützung zur Verfügung stellen.
Ihr
Gernot Herz
ist ein kostenloser Service vom Fachverlag für Computerwissen.
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